Der Film „Unbroken 2 – Weg der Vergebung“ handelt davon, wie der amerikanische Kriegsheld und Pastor Louis Zamperini durch Billy Graham Christ wurde

Der Film „Unbroken 2 – Weg der Vergebung“ handelt davon, wie der amerikanische Kriegsheld und Pastor Louis Zamperini durch Billy Graham Christ wurde

Die Geister der Vergangenheit besiegen

Die amerikanische Schauspielerin Angelina Jolie hatte 2014 mit „Unbroken“ einen Film über den Kriegshelden und späteren Pastor Louis Zamperini gedreht. Kritiker vermissten darin christliche Aspekte. Nun hat die christliche Produktionsfirma „Pure Flix“ einen zweiten Teil gedreht, der erzählt, wie sich Zamperini durch den Prediger Billy Graham zu Gott bekehrte. Eine Rezension von Jörn Schumacher

Der Amerikaner Louis Zamperini trat für die USA als Leichtathlet bei den Olympischen Sommerspielen 1936 an. Beim 5000-Meter-Lauf war Zamperini der jüngste Teilnehmer. Seine letzte Runde lief er dabei in 56 Sekunden, was unter anderem dazu führte, dass Adolf Hitler ihn später persönlich zu seinem Lauf beglückwünschte. Kurz darauf ging er als Soldat in den Zweiten Weltkrieg und diente an Bord eines Bombers im Pazifikkrieg, der 1943 abstürzte. Daraufhin musste er 47 Tage in einem Rettungsboot ausharren. Japaner nahmen ihn gefangen, und er erlitt durch sie schwere Folter. Er überlebte die Gefangenschaft und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen.

Angelina Jolie drehte mit „Unbroken“ einen Film über den Kriegs- und Sporthelden. Und sie konnte dem 97-jährigen Zamperini vor seinem Tod im Juli 2014 noch eine Rohfassung des Films zeigen, für den die Brüder Joel und Ethan Coen das Drehbuch schrieben. Christliche Kritiker warfen Jolie vor, der Bekehrung der Hauptperson zu wenig Aufmerksamkeit zu schenken.

Zamperinis Frau ist gläubig

Dieses Manko soll der neue Film „Unbroken 2 – Weg der Vergebung“ wieder gutmachen. Denn der Streifen, der in Deutschland am 14. März 2019 auf DVD erschien, befasst sich besonders mit diesem Aspekt aus dem Leben Zamperinis. Der Sportler und Kriegsheld hat nach dem Krieg geheiratet, und seine Frau hat ein Kind bekommen. Doch eine Familienidylle ist Zamperinis Leben nicht.

Der Kriegsversehrte wird immer wieder von den dramatischen Erinnerungen aus der Gefangenschaft heimgesucht. Heute würde man wohl von einer posttraumatischen Belastungsstörung sprechen, wie sie viele Soldaten haben. Er versucht, das Leid in Alkohol zu ertränken, was es nicht besser macht.

Zwar streift das Thema Glaube den Lebensweg Zamperinis immer wieder, aber meistens ohne dass es fruchtet oder er es überhaupt bemerkt. Dem gerade aus dem Krieg Heimgekehrten sagt ein katholischer Priester: „Der ganze Ort hat für deine sichere Rückkehr gebetet. Es ist ein Wunder, dass du überlebt hast.“ Doch Zamperini will davon nichts wissen: „Wunder haben mir nicht den Hintern gerettet, sondern die Atombomben.“ Auch wenn ihn der Priester noch ermahnt: „Vergiss Gottes Anteil dabei aber nicht“, und: „Gott war in deinem Leid immer bei dir“, fallen seine Worte bei Zamperini nicht auf fruchtbaren Boden. An einer Stelle läuft als leise Vorankündigung auf einem Fernseher im Hintergrund ein Film über die Erweckungsbewegung von Billy Graham, doch selbst der Zuschauer bekommt es kaum mit, geschweige denn Zamperini.

Zamperinis Frau geht in die Kirche und betet. Doch auch hier springt ihr Glaube nicht auf ihn über. Als Zamperini beim Training stürzt, macht das die Aussicht, es nochmals als Läufer zu den Olympischen Spielen zu schaffen, zunichte. Nachdem diese letzte Hoffnung auf Verbesserung in seinem Leben erloschen ist, ist er noch verzweifelter. Die psychischen Störungen belasten nicht nur ihn, sondern auch seine Frau und die Ehe. „Ich habe gedacht, ich könnte das alles vergessen“, sagt er über die Erlebnisse der Vergangenheit, aber die Quälereien, die ihm vor allem ein japanischer Offizier angetan hat, gehen ihm nicht mehr aus dem Kopf.

Zamperini hegt einen Groll gegen Gott: „Gott ist mein Feind“, ist er überzeugt. Seine Frau überzeugt ihn dennoch, mit zu einer Evangelisationsveranstaltung von Billy Graham zu gehen. Der trifft bei seiner Zeltevangelisation mit seinen Worten genau die Gefühle Zamperinis.

Hinter „Unbroken 2 – Weg der Vergebung“ steht die christliche Produktionsfirma „Pure Flix“, die auch „Gott ist nicht tot“ und „Gott ist nicht tot 2“ zu verantworten hat. Ursprünglich als Streamingdienst gegründet, um familienfreundliche Filme ohne Sex, Gewalt oder Fluchworte anzubieten, produziert das Unternehmen auch selbst Filme. Regie führte Harold Cronk, der bereits bei beiden genannten Filmen die Regie übernahm. Aber anders als diese Filme wirkt „Unbroken 2“ nicht hölzern, sondern kann mit großen Mainstream-Produktionen aus Hollywood mithalten. Einen Oscar hätte der Streifen vielleicht nicht verdient, aber die Schauspieler machen ihre Arbeit gut, der Schnitt, das Tempo und die Dialoge funktionieren.

Der Film nimmt erst zum Ende hin Geschwindigkeit auf, kann den Zuschauer dann aber auch mitreißen. Vor allem die Flashbacks, in denen Zamperini die Qualen der Vergangenheit immer wieder durchleidet, ebenso wie die Bekehrung zu Gott sind glaubwürdig dargestellt.

Das Leiden Zamperinis ist in besonderem Maße unerträglich nach allem, was er durchlitten hat; aber am Ende stehen seine Kämpfe auch exemplarisch für die Probleme, die jeder Mensch in seinem Leben hat. Der japanische Offizier, der ihn in der Gefangenschaft so quälte und bis heute regelmäßig in Erinnerung in Panikattacken heimsucht, kann symbolisch für Ängste betrachtet werden, die Menschen auf unterschiedlichste Weise mit sich herumtragen. Am Ende gelingt es Zamperini, seinen Stolz und seine Angst zu überwinden und sich in seiner Not Gott anzuvertrauen.

„Unbroken 2 – Weg der Vergebung“, Universal Pictures Germany, DVD, 98 Minuten, 15 Euro, FSK ab 12 Jahre

Von: Jörn Schumacher

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