Mehr als 48.000 Menschen fühlen ihre religiösen Gefühle durch dieses „Deadpool“-Poster verletzt

Mehr als 48.000 Menschen fühlen ihre religiösen Gefühle durch dieses „Deadpool“-Poster verletzt

Mormonen starten Petition gegen „Deadpool“

Für eine Werbekampagne hat der Kinofilm „Deadpool“ seinen Titelhelden in einer Jesus-Pose auf einem Poster abgebildet. In einer Online-Petition wird dem Motiv jetzt religiöse Diskriminierung vorgeworfen.

In einer Online-Petition haben sich bereits mehr als 48.000 Menschen gegen ein Poster des Superheldenfilms „Deadpool“ ausgesprochen. Das Poster besitzt große Ähnlichkeit mit dem Gemälde „Die zweite Wiederkehr von Christus“ von dem US-Künstler und Siebenten-Tags-Adventisten Harry Anderson. Anstelle von Jesus steht aber der rotmaskierte Comic-Superheld im Zentrum des Geschehens. Die Petition sieht das Poster als „religiöse Diskriminierung“ der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage an, die zu den Mormonen gezählt wird. Das Anderson-Gemälde wird in der Petition als „heilig“ bezeichnet.

Die Petition auf Change.org richtet sich an den Regisseur Tim Miller, der „Deadpool“ gedreht hat. Der Initiatorin Cassidy Carter schreibt: „Im originalen Gemälde befindet sich Jesus Christus im Zentrum und ist von Engeln, die Trompeten spielen, umgeben. Auf dem Poster hat Deadpool Jesus ersetzt.“ Er trage wie Jesus im Gemälde eine weiße Robe. „Das ist eine Form von religiöser Diskriminierung. Wir haben darum gebeten, dass dieses Bild nicht weiter verwendet wird und die Macher ein anderes Motiv finden.“

Marketingkampagne zu jugendfreier Version

Das „Deadpool“-Poster, bei dem die Engel durch weitere Filmcharaktere ersetzt wurden, ist Teil der Marketing-Kampagne für die PG-13-Kinofassung des Films. Der ultrabrutale Comicfilm, der zu seinem regulären Kinostart weltweit 783 Millionen Dollar einspielte, hat in den USA eigentlich eine Altersfreigabe ab 17 Jahren. Zu Weihnachten bringt der amerikanische Verleih aber jetzt eine „entschärfte“ Fassung für Jugendliche ab 13 Jahren in die Kinos. Laut Hauptdarsteller Ryan Reynolds soll ein Teil des Erlöses für wohltätige Zwecke verwendet werden. Auf dem Poster heißt es „Yule Believe in Miracles“ (Du wirst an Wunder glauben). Es gibt bislang keine Äußerungen von Seiten der Macher, die eine bewusste Verspottung von Jesus nahelegen. Deadpool ist sowohl in der Comicvorlage als auch im Film sehr anarchisch charakterisiert und mit einem Hang zum Größenwahn angelegt.

Ein Unterzeichner der Petition schreibt: „Es ist unangebracht, eine heilige Figur (Jesus Christus) durch einen fiktionalen Charakter zu ersetzen, der für Tod und Gewalt steht. Das zeigt die Respektlosigkeit gegenüber der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Es benutzt ein heiliges Symbol, um ein Produkt zu vermarkten.“ Ein anderer Unterstützer schreibt: „Ich finde das so geschmacklos. Den Glauben zu verspotten ist intolerant und respektlos. Ich zweifle, ob Sie auch eine Darstellung von Moslems, Juden oder Hindus verspottet hätten.“ Ein anderer Kommentar unter der Petition lautet wiederum: „Dieses Poster ist keine religiöse Diskriminierung, wie das die Autorin der Petition behauptet. Das Poster ist satirisch, aber nicht diskriminierend.“

Von: Michael Müller

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