HBO-Doku über entlassenen Pastor Ted Haggard

Ted Haggard war bis vor zwei Jahren bekannter evangelikaler Pastor in den USA und Leiter der "amerikanischen Vereinigung evangelikaler Christen" (NAE). Dann jedoch wurde bekannt, dass er einen Callboy bezahlt und Aufputschmittel gekauft hatte. Über den gefallenen Pastor hat die Tochter der Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, einen Film gedreht, der demnächst im Bezahlsender HBO laufen wird.

Der 52-jährige Haggard war Gründer und leitender Pastor der "New Life Church" in Colorado Springs. Der Pastor gründete außerdem den evangelikalen Gemeindeverband "Association of Life-Giving Churches". Das "Time"-Magazine wählte ihn 2005 zu einem der 25 einflussreichsten Evangelikalen in Amerika.

Doch dann ging der ehemalige Callboy Mike Jones mit Anschuldigungen gegenüber dem Pastor an die Öffentlichkeit, die dessen Leben grundlegend veränderten. Haggard habe ihn für Sex bezahlt und Amphetamine genommen, so Jones. Haggard bekannte daraufhin, eine "sexuelle Unsittlichkeit" begangen zu haben und sagte: "Ich habe wirklich gesündigt." Die Drogen habe er zwar gekauft, aber nie eingenommen. Haggard wurde als Pastor der "New Life Church" in Colorado Springs im November 2006 entlassen.

Haggard wirbt für Dokumentation

Wie die Nachrichtenagentur "Associated Press" berichtet, ist nun ein Dokumentarfilm über Haggard gedreht worden. Regisseurin ist Alexandra Pelosi, Tochter der Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, die den Demokraten angehört. Der Film trägt den Titel "The Trials of Ted Haggard" (Die Strafverhandlung des Ted Haggard) und soll am 29. Januar 2009 im amerikanischen Bezahlfernsehsender HBO ausgestrahlt werden. Der Sender gehört zur Mediengruppe "Time Warner" und gilt als einer der erfolgreichsten der Welt.

Wie AP am Mittwoch berichtete, stimmte Haggard zu, für die Dokumentation zu werben. "Wir freuen uns darauf, den Film, Ted Haggard, und seine Familie nächsten Monat auf einer Presse-Tour in Los Angeles vorstellen zu können", sagte eine Sprecherin des Senders.

Haggard sagt, dass er noch immer mit seiner Sexualität zu kämpfen habe, doch er werde um der Kinder willen an seiner Ehe festhalten. Haggard hat mit seiner Frau Gayle fünf Kinder. In dem Film spricht Haggard über seinen langjährigen Kampf gegen Homosexualität; er habe nie behauptet, heterosexuell zu sein. "Der Grund, warum ich meinen persönlichen Kampf geheim gehalten habe, war, dass ich fürchtete, dass meine Freunde mich zurückstoßen, mich verlassen und hinauswerfen würden, und dass die Gemeinde mich ausschließen und exkommunizieren würde. Und genau das und noch mehr ist dann passiert."

Familie hält zu ihm

Haggards Frau Gayle erklärt, dass sie zu ihrem Mann halte. "Wenn ich die Ehre meiner Kinder wiederherstelle, dann helfe ich auch dabei, die Ehre ihres Vaters wiederherzustellen", sagt Gayle.

Pelosi war auf Haggard gestoßen, als sie vor zwei Jahren an einer Dokumentation über evangelikale Christen arbeitete. Er trug den Titel "Friends of God", und auch Haggard kam darin zu Wort. Er sprach darin auch über sein Sexualleben und sagte: "Wissen Sie, Umfragen zeigen, dass Evangelikale von allen Gruppen das beste Sexleben haben." Dann fragte er ein männliches Gemeindemitglied neben ihm, wie oft er Sex mit seiner Frau habe, und der antwortet: "Jeden Tag". Haggard fügte hinzu, Evangelikale hätten "viel Liebe". "Dachten Sie, diese Babies kommen aus dem Nichts?" Auch in der Dokumentation "Jesus Camp" von 2006, die für den Oscar nominiert worden war, sprach Haggard in einer Predigt über Homosexualität: "Wir müssen nicht darüber streiten, was wir von homosexuellen Praktiken halten. Es steht in der Bibel."

Vor einem Monat hat sich Haggard mit seiner Familie einer kleinen Kirche in Illinois angeschlossen, wo er ab und zu als Gastredner auftritt. Dort sagte er unter anderem, er sei als Siebenjähriger sexuell missbraucht worden. Er lebe nun davon, Versicherungen zu verkaufen, berichtet AP. In dem Film heißt es, darin sei er nicht sehr erfolgreich. Haggard selbst sagt: "An diesem Punkt in meinem Leben bin ich ein Looser." (PRO)

Von: js

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus