Peter Tauber beschreibt in seinem Buch seine Beziehung zu Gott

Peter Tauber beschreibt in seinem Buch seine Beziehung zu Gott

„In der Krise vertieft sich der Glaube“

Am 31. Oktober 2017 verändert sich das Leben des damaligen CDU-Generalsekretärs Peter Tauber schlagartig. Eine lebensbedrohliche Darmentzündung bremst den Politiker komplett aus und zwingt ihn, sein Leben zu überdenken. In seinem Buch „Du musst kein Held sein“ zeichnet Tauber seinen Weg in die Politik und bis zur Erkrankung nach – ein Leben, fast immer mit Vollgas und immer mit Gott. Eine Rezension von Martin Schlorke

Peter Tauber hat im Alter von 45 Jahren bereits viel erlebt: steiler politischer Aufstieg, Bundestagsabgeordneter, jüngster CDU-Generalsekretär – und dann kam der Bruch. Darmentzündung, Notoperation, Ruhe. In seinem Buch „Du musst kein Held sein – Spitzenpolitiker, Marathonläufer, aber nicht unverwundbar“ nimmt Tauber den Leser auf eine Reise entlang seines Werdegangs mit.

Dabei ist die Essenz des Buches keineswegs die beachtliche Karriere des Peter Tauber. Vielmehr zieht sich seine Beziehung zu Gott wie ein roter Faden durch die Geschichten und Anekdoten seines Lebens. Einmal spielt sein Glaube eine kleinere Rolle, ein anderes Mal eine essentielle. Aber er ist präsent – im Beruf und im Privaten.

Doch spätestens am Reformationstag 2017 verschmelzen beide Lebensbereiche durch eine schwere Darmentzündung. In dieser Zeit wird der Glaube umso klarer. Tauber schreibt, wie sich seine Beziehung zu Gott in der Krise vertieft habe. Dabei fing alles sehr harmlos an.

Durch Fußball in die Politik

In die Politik gekommen ist Tauber wegen des Fußballs. In seinem Heimatdorf in Hessen gab es keinen frei zugänglichen Bolzplatz. Für den damals 16-Jährigen der Grund, mit seinen Freunden den Bürgermeister aufzusuchen und sich für ein Fußballfeld stark zu machen – ohne Erfolg. Doch durch diesen Misserfolg entdeckte Tauber seine Freude für Politik und begann sich zu engagieren. Seine politische Heimat sollte die CDU werden. Schließlich war seine Oma langjähriges Mitglied.

Abgesehen von dieser, eher mit einem Schmunzeln zu bewertenden Anekdote, erklärt Tauber sehr persönlich, was ihm die Politik und die CDU bedeuten – genauer, was ihm das „C“ in CDU bedeutet. An vielen Stellen im Buch greift er das Christliche seiner Partei auf. Dieses sei die „entscheidende Koordinate in der Union“. In einem Kapitel widmet er sich beispielsweise dem Thema Abtreibung. Als Christ könnten ihn 100.000 Abtreibungen pro Jahr in Deutschland nicht kalt lassen. Auch wenn die CDU an der geltenden gesetzlichen Regelung bisher keine Änderungen vorgenommen habe, sei bereits eine Diskussion über Lebensschutz gut für die Gesellschaft.

Ausführlich thematisiert Tauber auch die Flüchtlingskrise und die Politik Angela Merkels. Dabei nimmt er seine Chefin in Schutz. Die Partei habe es verpasst, den berühmten Satz „Wir schaffen das“ inhaltlich und kommunikativ zu füllen. Aber als Kanzlerin müsse man den Anspruch haben, ein humanitäres Problem zu lösen und sich nicht davor wegzuducken. Vielmehr kritisiert Tauber ein Lager in der CDU, welches das „C“ als eine Art Tradition und Struktur sehe, die geschützt werden müsse. Dabei sei es viel mehr. Es stehe für „Glaube, Liebe, Hoffnung“. Daher sei der soziale Flügel der CDU dem „C“ viel näher als der konservative, eher auf Bewahrung ausgerichtete Flügel. Im Bezug zur Flüchtlingskrise heiße das, seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben. Tauber bedauert, dass seine Partei es aber verpasst habe, in der Flüchtlingskrise das „C“ genauso zu definieren.

Beten aus Verzweiflung

Als Tauber durch die Erkrankung im Herbst 2017 schließlich an seine Grenzen stößt und mehrere Wochen im Krankenhaus verbringen muss, erlebt er den Glauben auf eine neue Art. „In Krisenzeiten wird einem der Glaube nochmals anders wichtig. Auch vorher habe ich einigermaßen regelmäßig gebetet, meistens aus Dankbarkeit. Ich kannte dieses Gefühl der Verzweiflung gar nicht.“ Im Krankenbett beginnt Tauber nun laut zu beten – für sich und andere. Das Vaterunser wird ebenso wie Fürbittgebete zu seiner täglichen Routine. Im Buch beschreibt er sehr ausführlich und eindrücklich die Zeit im Krankenbett, die Beziehungen zum Pflegepersonal, einen Besuch von Angela Merkel und Gebete Martin Luthers, die ihm in der Zeit besonders wichtig geworden sind.

Das Buch „Du musst kein Held sein – Spitzenpolitiker, Marathonläufer, aber nicht unverwundbar“ lädt ein, einen Blick hinter die politischen Kulissen zu werfen. Aber vielmehr als das zeigt es einen Blick hinter den Namen Peter Tauber. Einen Macher und erfolgreichen Politiker, der Kraft aus den Jahrhunderte alten Texten eines Martin Luthers oder Paul Gerhardts zieht und der eigene Entscheidungen im Buch reflektiert und sich dabei stets an Gott zu orientieren versucht.

Peter Tauber: „Du musst kein Held sein – Spitzenpolitiker, Marathonläufer, aber nicht unverwundbar“, bene!, 224 Seiten, 18 Euro, ISBN 9783963401121

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