In seinem Buch „Luthers Trostkiste“ will der Autor Ralf Lengen Trost mit Gedanken Luthers spenden, aber auch helfen, ein Tröster zu sein

In seinem Buch „Luthers Trostkiste“ will der Autor Ralf Lengen Trost mit Gedanken Luthers spenden, aber auch helfen, ein Tröster zu sein

Tröster sein mit Luther

Jemand, der viel erlitten hat, kann gut trösten. Ralf Lengen hat im Reformator Martin Luther einen perfekten Tröster gefunden. In seinem Buch „Luthers Trostkiste“ gibt er Ratschläge für Menschen, die Trost brauchen, und solche, die Trost spenden möchten.

Martin Luther wuchs in armen Verhältnissen auf, er wurde von Eltern und Lehrern geschlagen. Seine Kindheit war nicht gerade paradiesisch, ebensowenig wie seine Jahre im Kloster. Und auch der Kampf als Einzelner gegen das gesamte Papsttum muss energiezehrend gewesen sein. Ralf Lengen präsentiert in seinem Buch „Luthers Trostkiste “eine Kiste voll mit Ratschlägen, die er bei Luther gelernt hat.

Anlass für das Buch ist zwar auch – wie bei so vielen Büchern in diesem Jahr – das Reformationsjubiläum; Lengen kann aber persönlich davon berichten, wie ihn Luther Trost gespendet hat. Der Autor studierte Griechisch, Latein, Deutsch und Geschichte; er arbeitete als Redakteur für das Radio und Zeitungen.

„Luther war oft krank“, schreibt Lengen. Er hatte Todesangst und manchmal auch -sehnsucht; zwei seiner Töchter starben früh. Lengen stellt fest: „Am überzeugendsten wirkt Trost von jemandem, der das Gleiche erlitten hat und getröstet wurde. Luther hatte daher in vielfacher Hinsicht ideale Voraussetzungen, ein guter Tröster zu sein.“ Und dass Luther ein fleißiger Tröster war, zeigt der Autor anhand vieler Textstellen, bevor es zum eigentliche Trost-Teil kommt.

Das Buch, das in Lengens eigenem Verlag Meistertricks erschienen ist, gliedert sich in drei Abschnitte: Innerer Trost, Äußerer Trost und Göttlicher Trost. Es will sowohl ein Buch sein für Menschen, die Trost suchen, als auch für solche, die gern Trost spenden. Für Letztere hat Lengen drei Tipps extra aufgestellt.

Göttlicher Trost

Lengen braucht für jeden Trost-Tipp – der Autor nennt sie „Tricks“ – jeweils nur eine Seite. Begleitet wird dieser Trick von einem Originalzitat des bekannten Reformators. Es geht um Traurigkeit und wie man sie bekämpft und wann man sie zulassen sollte, wie man das Gute im Schlechten findet, und warum man sich selbst manchmal etwas Gutes tun sollte.

Zum dritten Teil („Göttlicher Trost“) schreibt Lengen: „Das Beste finden wir in Luthers Trostkiste ganz unten: Seiner Erfahrung nach sind die göttlichen Tricks besonders wirksam.“ Es ist vielleicht dieser dritte Teil, der Lengens Buch von anderen, normalen Lebensratgebern, wie sie zigfach in den Buchläden stehen, unterscheidet. Schließlich sind Christen wie auch Luther davon überzeugt, dass, wie Lengen schreibt, „der größte und nachhaltigste“ Trost letzendlich in Gott liegt. „Es gibt nur einen, zu dem sie immer kommen können: Jesus Christus. Er wird da sein, wenn Sie ihn brauchen. Das ist die erste Voraussetzung für den perfekten Tröster.“ Seltsamerweise kommt Lengen auf den in der Bibel genannten „Tröster“ selbst nicht zu sprechen: Jesus kündigte vor Karfreitag an, dass der Heilige Geist als Tröster kommen wird, was ja dann auch zu Pfiingsten passierte. Bei Lengen wird er nicht erwähnt.

Das Buch liest sich gut, die Tipps könnten manchem wirklich helfen, und auch wenn der geistliche Aspekt eher Randthema ist, eignet es sich gut als Geschenk für Menschen, die Trost brauchen oder Tröster werden wollen.

„Leute begeistern, die keine Christen sind“

Er habe einen Ratgeber schreiben wollen und kein theologisches Werk, betont Lengen gegenüber pro. Ihm sei aufgefallen, dass Luther sehr viel über Trost geschrieben habe. „Es gibt immer wieder sehr fromme Autoren, aber wenn es einem richtig dreckig geht, nützten einem fromme Wünsche nicht unbedingt so viel. Luther hat sehr viele praktische Ratschläge gegeben, die auch den äußeren Trost betreffen, also zum Beispiel dass man das Tageslicht sucht, wenn es einem schlecht geht, oder etwas Schönes mit Freunden unternimmt.“

Dass er in seinem Buch nicht auf den heiligen Geist als „Tröster“ einging, bergründet Lengen damit, dass sich sein Buch auch an ein nichtchristliches Publikum richtet. „Ich will Leute dafür begeistern, die keine Christen sind. Deswegen darf das Buch nicht zu fromm daherkommen.“ (pro)

Ralf Lengen: „Luthers Trostkiste: Leichter Krisen überwinden mit dem Reformator“, Meistertricks Verlag, 154 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 9783945788073

Von: js

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