Das Standardwerk zur Homosexualität ist im Brunnen-Verlag erschienen und will den biblischen Aussagen zum Thema gerecht werden
Das Standardwerk zur Homosexualität ist im Brunnen-Verlag erschienen und will den biblischen Aussagen zum Thema gerecht werden
Das Standardwerk zur Homosexualität ist im Brunnen-Verlag erschienen und will den biblischen Aussagen zum Thema gerecht werden
Das Standardwerk zur Homosexualität ist im Brunnen-Verlag erschienen und will den biblischen Aussagen zum Thema gerecht werden

Gnade und Wahrheit gehören zusammen

Die Britische Evangelische Allianz hat ein Standardwerk zum Umgang mit Homosexualität in der Gemeinde veröffentlicht, das nun auf Deutsch erschienen ist. Den Autoren gelingt es, biblische Wahrheiten ins Hier und Heute zu bringen. Eine Rezension von Moritz Breckner

Ist zum Thema Homosexualität in den vergangenen Jahrzehnten nicht alles gesagt worden? Angesichts aktueller Diskussionen in der evangelikalen Szene muss dies wohl verneint werden. Das von der Britischen Evangelischen Allianz herausgegebene Buch „Homosexualität“, das im April in einer für Deutschland überarbeiteten Version veröffentlicht wurde, kann einen wertvollen Beitrag liefern: Anhand zahlreicher Beispielfälle zeigt es Pastoren und Gemeindeleitern auf, wie sie in einer veränderten Kultur sensibel mit homosexuell empfindenden Menschen umgehen können, ausgehend vom biblischen Befund: Die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau ist die einzige Form von Partnerschaft, für die Gott sexuelle Beziehungen gutheißt.

Die Autoren bedauern an mehreren Stellen, dass Evangelikale mit Homosexuellen in der Vergangenheit oft lieblos und unsensibel umgegangen sind, sie sprechen sich deutlich gegen Diskriminierung aus. Gleichzeitig wehren sie sich dagegen, dass Menschen, die ernsthafte und durchdachte sexualethische Positionen anhand der Bibel finden, pauschal als „homophob“ bezeichnet werden. Dass sich die Debatte um Homosexualität nach links verschoben habe, liefere keine Rechtfertigung für eine völlig neue theologische Bewertung des Themas. Schritt für Schritt wird analysiert, wie im Alten und Neuen Testament über gleichgeschlechtlichen Sex gesprochen wird, und was damit im historischen Kontext gemeint sein kann.

„Wir ermutigen evangelikale Gemeinden, sexuell aktive lesbische und schwule Menschen willkommen zu heißen und anzunehmen“, heißt es in einem der Grundsätze der Autoren, verbunden mit der Erwartung, dass sie mit der Zeit die Bereitschaft entwickeln, enthaltsam zu leben. Wie wichtig es für Gemeindeleiter ist, die individuell unterschiedlichen Lebenssituationen aktiver wie enthaltsamer Homosexueller zu berücksichtigen, wird in neun Beispielfällen deutlich. Im Fokus steht dabei stets, dass sich Gnade und Wahrheit gegenseitig bedingen.

Spannend wird es an der Stelle, wo die Autoren auf den in der Debatte oft verwendeten Begriff der „sexuellen Identität“ eingehen. Diese könne zu einer Form von Spiritualität werden, in der eine Person ihre Empfindungen von Wert, Zugehörigkeit und Selbstverständnis gewinne. „Das erklärt, warum es zu einer starken Reaktion kommen kann, wenn diese Identität hinterfragt oder kritisiert wird“, schreiben die Autoren. Aber: Eine solche Identität aufgrund sexueller Präferenzen sei ein soziales Konstrukt, auf das Christen die Antwort geben könnten: Die Identität eines Menschen kommt von Gott.

Häufige Gegenargumente entkräftet

Die Deutsche Evangelische Allianz hält sich mit einer Bewertung des Buches zurück. Generalsekretär Hartmut Steeb sagte, das Buch sei allen Hauptvorstandsmitgliedern als Lektüre zur Verfügung gestellt worden und werde bei weiteren Überlegungen „Beachtung und Würdigung“ erfahren.

Im beachtenswerten Anhang des Buches analysiert Armin D. Baum, Professor für Neues Testament und Forschungsdekan an der Freien Theologischen Hochschule Gießen, die häufigsten Argumente, die liberale Theologen für ein biblisch begründetes „Ja“ zu ausgelebter Homosexualität anbringen. Sein Fazit: „Wer homosexuellen Geschlechtsverkehr – unter bestimmten Bedingungen – befürworten will, muss dies im Widerspruch zu den Aussagen der Heiligen Schrift tun.“

Das Festhalten an der über Jahrhunderte in allen Kirchen üblichen biblischen Bewertung von Homosexualität, stellen die Autoren fest, wird immer mehr zum Ausdruck einer „Gegenkultur“. Für Christen, gerade in Leitungsfunktionen, ist es daher wichtig, dies reflektiert und auf argumentativ klarem Fundament zu tun. Das letzte Wort an dieser Stelle sollen die Autoren haben: „In vielen Bereichen des zeitgenössischen Gemeindelebens (...) besteht die Gefahr, dass Gnade und Wahrheit als unvereinbar betrachtet werden oder dass sie zumindest in der Praxis oft nicht miteinander verknüpft werden. Evangelikale können jedoch beides nicht voneinander trennen.“ (pro)

Andrew Goddard, Don Horrocks (Hrsg.): „Homosexualität. Biblische Leitlinien, ethische Überzeugungen, seelsorgerliche Perspektiven“, Brunnen, 170 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 9783765520600

Dieser Text ist der in Kürze erscheinenden Ausgabe 3/2016 des Christlichen Medienmagazins pro entnommen. Sie können pro kostenlos und unverbindlich bestellen unter der Telefonnummer 06441/915151, via E-Mail an info@pro-medienmagazin.de oder online.

Von: mb

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige