Die Twitterbibel: "Und Gott chillte"

Gott chillt: Buch zum Twitterrekord vorgestellt

Nur zehn Tage benötigten die tausenden Übersetzer aus ganz Deutschland, um die Bibel komplett zu twittern. Damit verbuchte die Plattform "evangelisch.de" im Mai einen Rekord. Den gibt es nun auch in Buchform.

Seit Dienstag ist die Frankfurter Buchmesse geöffnet. Bis zum Wochenende tummeln sich dort zunächst überwiegend Fachbesucher. Zwischen Selbsthilfeliteratur, Romanen und Fachbüchern stoßen Journalisten und Händler dort in diesem Jahr auf eine ganz besondere Klassiker-Neuauflage: die Bibel in Twitter-Format. "Und Gott chillte" ist der Titel des Buchs zum Twitter-Rekord der Internetplattform "evangelisch.de" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Am Evangelischen Kirchentag dieses Jahres hatten die Macher der Internetpräsenz dazu aufgerufen, die Bibel mithilfe des modernen Mediums zusammenzufassen.

"Je origineller, desto besser"


"3.906 Stellen mussten innerhalb kürzester Zeit gelesen, interpretiert und auf den Punkt gebracht werden, mit maximal 140 Zeichen im typischen Twitter-Stil. Mitmachen konnte jeder, je origineller die Kernbotschaft, desto besser. Weit über 6.000 Zusammenfassungen wurden eingereicht", heißt es auf "evangelisch.de". Im Vorfeld wurde die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers in Abschnitte unterteilt – twitterkompatible Häppchen also. Hilfe beim Übersetzen leisteten unter anderem Theologen am "evangelisch.de"-Stand auf dem Kirchentag. So glückte schließlich der Rekord: Innerhalb von zehn Tagen wurde die Bibel von 3.000 Übersetzern komplett getwittert.

Da klingt Matthäus 8, 23-27 dann so: "Jesus und Jünger im Boot. Sturm kommt auf. Jünger: Wir haben Schiss! Jesus: Müsst ihr nicht haben, bin doch bei Euch! Plötzlich Windstille." Psalm 117 beginnt mit den Worten "Gott ist der Oberchecker! Er ist voll korrekt, was er sagt, ist Ansage und er bleibt unser Big Daddy forever!!!" Den Titel des Buches entnahmen die Macher einer Twitterübersetzung aus 1. Mose: "Am siebten Tag war Gott fertig mit seinem Kreativ-Projekt, fand das Ergebnis genial und beschloss, ab jetzt zu chillen."

"Bibel darf Spaß machen"

Melanie Huber von "evangelisch.de" erklärt: "Wir wollen Ihnen keine neue Bibel präsentieren, wir wollen die Heilige Schrift nicht ersetzen. Im Gegenteil. Sie bildet den Mittelpunkt. (…) Die Bibel kann und darf Spaß machen, auch Leuten, die heute Gedrucktes schon gar nicht mehr in die Hand nehmen." Sie ist überzeugt, dass die Twitterbibel im Sinne der Heiligen Schrift ist: "Jesus sagt: 'Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht. Und was euch gesagt wird in das Ohr, das predigt auf den Dächern' (Matthäus 10,27). Das heißt für uns: Jesus würde vermutlich twittern."

Auch Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der EKD meint in einem Kommentar zum Buch: "Der Rekordversuch von evangelisch.de ist eine großartige Idee und eine spannende Herausforderung. Das Schöne ist: Die Menschen setzen sich dabei auf intensive Weise mit der Bibel auseinander. Eine typisch evangelische Aktion, denn auch Martin Luther war es ein Anliegen, den Menschen das Wort Gottes in einer zeitgemäßen, leicht verständlichen Sprache näherzubringen." Das Buch "Und Gott chillte" umfasst 336 Seiten und ist beim Verlag "edition chrismon" für 9,90 Euro erhältlich. (PRO)

Von: aw

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