Studie: Vielen Kindern wird nie vorgelesen

Eine aktuelle Studie, die am Montag von der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung "Die Zeit" und der Deutschen Bahn in Berlin vorgestellt wurde, zeigt, dass 37 Prozent der Kinder in Deutschland niemals etwas vorgelesen bekommen. "Weder im Elternhaus, noch im Kindergarten oder in der Grundschule", heißt es in der Studie "Vorlesen im Kinderalltag 2008", die anlässlich des bundesweiten Vorlesetages am 20. November durchgeführt wurde.

"Kinder, denen nicht vorgelesen wird, sind beim Erwerb von Sprach- und Konzentrationsfähigkeit massiv benachteiligt", sagte Ralf Klein-Bölting, Generalbevollmächtigter Konzernmarketing und Kommunikation der Deutschen Bahn. Das Unternehmen ist seit 12 Jahren Partner der Stiftung Lesen und unterstützt seit drei Jahren den von der Wochenzeitung "Die Zeit" und der Stiftung Lesen initiierten Vorlesetag.

"Kinder wünschen sich ausdrücklich, dass ihnen vorgelesen wird", so Klein-Bölting. Er verwies darauf, dass über das Vorlesen Lesekompetenz und damit entscheidende Bildungschancen vermittelt werden können. Eine Kernbotschaft der Studie heißt laut Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen: "Vorlese-Väter gesucht". Denn nur acht Prozent der Kinder bekommen von ihren Vätern vorgelesen. Mütter tun dies im Vergleich acht Mal so häufig. "Für die schwer zu erreichende Zielgruppe Jungen sind Vorlese-Väter wichtige Vorbilder", so Klein-Bölting.

Rainer Esser, Geschäftsführer der "Zeit" erklärte, Einkommen und Bildungsgrad spielten beim Vorlese-Verhalten der Eltern fast keine Rolle. Viele halten sich für Vorlese-Eltern, sind es in der Praxis aber nicht. Nur 18 Prozent sagten im vergangenen Jahr, sie würden niemals zum Buch greifen, in der aktuellen Studie erklärte ein doppelt so hoher Prozentsatz der Kinder, dass ihnen niemand vorliest.

Viele Aktionen zum Vorlesetag

Über 7.500 Vorleser engagieren sich am 20. November in ganz Deutschland, darunter viele Prominente aus Politik, Kultur, Medien und Sport, unter anderen Ursula von der Leyen, Johannes B. Kerner, Roland Kaiser, Sarah Kuttner und Marco Bode. An diesem Tag wird bundesweit in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken, Kinderheimen und Einrichtungen der Deutschen Bahn vorgelesen.

Auch über 120 Mitarbeiter der Deutschen Bahn lesen wie im vergangenen Jahr wieder an besonderen Orten vor, so beispielsweise in der Berliner Panorama-S-Bahn und in den DB-Vorlese-Tipis im Nürnberger DB-Museum sowie im Berliner Hauptbahnhof. Außerdem setzt die Bahn die bundesweite Initiative "Vorlesekoffer für Kinderheime" fort: dabei werden 200 Vorlese-Koffer mit jeweils 30 Büchern und pädagogischen Lese-Anregungen sowie 250 Bücherkoffer mit Lesestoff für ältere Kinder und Jugendliche an Kinder- und Jugendheime verschenkt. Insgesamt wurden seit 2007 1.200 Vorlese- und Bücherkoffer an Kinder- und Jugendheime vergeben, teilte die Deutsche Bahn AG mit.

Ab dem 1. Dezember können Bahnkunden die Initiative unterstützen: Inhaber der BahnCard können ihre Punkte, die sie über das DB-Prämienprogramm "bahn.bonus" gesammelt haben, zugunsten eines Vorlese-Koffers für Kinder- oder Jugendheime spenden. Zudem kommt der Reinerlös der neuen 15-bändigen "Zeit" -Edition "Fantastische Geschichten für junge Leser" Projekten der Stiftung Lesen zugute. (PRO)

Von: js

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