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Kritik an Zusammenarbeit von Google und Gesundheitsministerium

Das Bundesgesundheitsministerium ist in eine Kooperation mit der Suchmaschine Google eingestiegen. Weil nach Suchen zu Krankheiten nun dort Inhalte von gesund.bund.de bevorzugt angeboten werden, sehen sich die Zeitungsverleger benachteiligt.
Von Norbert Schäfer
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Zusammenarbeit seines Ministeriums mit dem Suchmaschinenanbieter Google verteidigt

Foto: Maximilian König

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Zusammenarbeit seines Ministeriums mit dem Suchmaschinenanbieter Google verteidigt

Das Gesundheitsministerium arbeitet jetzt mit der Suchmaschine Google zusammen. Das hat das Ministerium am Dienstag mitgeteilt. Wer bei Google nach bestimmten Krankheiten sucht, bekommt seitdem zu den Ergebnissen an hervorgehobener Stelle Inhalte des Nationalen Gesundheitsportals gesund.bund.de angezeigt. Nach Angaben des Ministerium stehen bislang die Info-Kästen für mehr als 160 Krankheiten zur Verfügung und führen direkt zum jeweiligen Artikel im Nationalen Gesundheitsportal.

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger hat die Zusammenarbeit des Ministeriums mit Google kritisiert. In einer Erklärung des VDZ vom Mittwoch heißt es: „Bereits am Tag 1 der Kooperation finden sich auf der maßgeblichen ersten Suchergebnisseite bei Stichproben in der Regel fast nur noch Regierungsinformationen zu Gesundheitsfragen.“

Fachmedium des Ministeriums untergräbt freien Pressemarkt

Die Kritik des VDZ geht aber noch weiter. „Schon dass ein Bundesministerium überhaupt ein eigenes Fachmedium mit vollwertiger redaktioneller Berichterstattung über Gesundheitsfragen betreibt, ist mit der Staatsfreiheit der Medien nicht vereinbar und ein unannehmbarer Eingriff in den freien Pressemarkt, der sich nach wirtschaftlichen Grundsätzen finanzieren muss“, erklärte der Verbandspräsident, Rudolf Thiemann.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Kooperation mit Verweis auf die Corona-Pandemie und der Wichtigkeit seriöser Informationen über Krankheiten verteidigt. Zudem erwartet Spahn mehr Bekanntheit des Portals durch die Zusammenarbeit mit der Suchmaschine. „Wenn wir ein Interesse daran haben, objektive, fundierte, evidenzbasierte Informationen rüberzubringen, dann bringt es mir nichts, wenn wir bei Google an Stelle 783.000 auftauchen“, zitiert Tagesschau.de den CDU-Politiker.

Das Nationale Gesundheitsportal bietet eigenen Angaben zufolge Informationen über verbreitete Krankheiten wie Krebs, Herzkreislauferkrankungen oder Infektionen. Dazu kommen Beiträge zu verbrauchernahen Themen wie Pflege, Prävention und Digitalisierung. Nach Angaben des Ministeriums sollen weitere Themenschwerpunkte folgen und und das Angebot kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Von: Norbert Schäfer

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