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Kritik an Studie zu Integration im Arbeitsmarkt

Muslime sind in Deutschland im europäischen Vergleich im Arbeitsleben gut integriert, besagt die neue Bertelsmann-Studie. Die Zeitung Die Welt kritisiert nun die Erhebung und nennt die Ergebnisse „zweifelhaft“.
Von PRO
Die Bertelsmann-Studie besagt, dass Muslime in Deutschland gut in das Arbeitsleben integriert sind. Die Zeitung Die Welt hinterfragt dieses Ergebnis.

Foto: Sandnes, fotolia

Die Bertelsmann-Studie besagt, dass Muslime in Deutschland gut in das Arbeitsleben integriert sind. Die Zeitung Die Welt hinterfragt dieses Ergebnis.

Die Integration muslimischer Einwanderer laufe in Deutschland im Vergleich zu anderen westeuropäischen Staaten gut ab, heißt es in der Bertelsmann-Studie. Dabei steche die Bundesrepublik bei der Integration von Migranten auf dem Arbeitsmarkt hervor. Inzwischen unterscheide sich die Erwerbsbeteiligung von Muslimen nicht mehr vom Bundesdurchschnitt der deutschen Erwerbsbevölkerung, besagt die Studie. Rund 60 Prozent arbeiteten in Vollzeit, 20 Prozent in Teilzeit. Auch die Arbeitslosenquote gleiche sich ebenfalls an.

Die Zeitung Die Welt bezweifelt nun jedoch die Aussagekraft dieser Ergebnisse. Eine aktuelle Auswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum Stand Dezember 2016, die der Zeitung vorlag, zeigt andere Zahlen. In Deutschland gebe es 2,5 Millionen Arbeitslose. Rund 43 Prozent der Arbeitslosen haben einen Migrationshintergrund. Unter den 4,3 Millionen „erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“ liege der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund mit 52,6 Prozent noch höher. Der Bevölkerungsanteil der Muslime in Deutschland liegt bei ungefähr sechs Prozent.

Zweifel an Integration im Arbeitsmarkt

Die Arbeitsagentur erhebe zwar keine gesonderten Angaben für Muslime. Laut Statistischem Bundesamt hätten „aber aus der Türkei und anderen nichteuropäischen Staaten stammende Menschen eine höhere Erwerbslosenquote als die übrige Bevölkerung mit Migrationshintergrund, wozu etwa die Millionen EU-Ausländer sowie Spätaussiedler zählen“, heißt es im Artikel. „Diese Daten von BA und Statistischem Bundesamt wecken Zweifel, dass muslimische Zuwanderer in Deutschland tatsächlich so gut auf dem Arbeitsmarkt integriert sind, wie es in der Studie dargestellt wird“, schlussfolgern die Welt-Autoren.

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung vergleicht die Situation von Muslimen, die vor 2010 nach Deutschland, in die Schweiz, nach Österreich, Frankreich und Großbritannien kamen. Seitdem eingereiste Flüchtlinge werden somit nicht betrachtet. Bewertet wurden Sprachkompetenz, Bildung, Arbeit und soziale Kontakte. (pro)

Von: mab

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