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Kritik an Israel-Seminar von Bischof Abromeit

Der Grünenpolitiker Volker Beck zeigt sich „fassungslos“ über Äußerungen über Israel von Bischof Hans-Jürgen Abromeit auf der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg. Ähnliche Thesen hatte er schon im Vorfeld des Seminars vertreten.
Von Nicolai Franz
Hans-Jürgen Abromeit

Foto: Deutsche Evangelische Allianz

Hans-Jürgen Abromeit

Der Grünenpolitiker Volker Beck hat den Theologen Hans-Jürgen Abromeit für ein Israel-Seminar auf der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg scharf kritisiert. Abromeit ist Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche. Auf Twitter warf Beck Abromeit am Samstag „falsche Darstellungen der Geschichte des Zionismus und theologisch wirres Zeug“ vor.

Er bezog sich dabei auf einen Artikel der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Demnach attestierte Abromeit den Deutschen aufgrund des Holocausts eine „Überidentifikation“ mit dem Staat Israel, die nicht zwischen Staat und biblischem Israel unterscheide. Dass deutsche Politiker die Sicherheit Israels zur Staatsräson erklärten, bedeute automatisch eine Benachteiligung der Palästinenser. Auch die Bild-Zeitung berichtete.

Ähnlich hatte sich Abromeit im Vorfeld des Seminars geäußert. „Wir müssen uns deutlich machen – gerade als Deutsche –, dass wir unseren Anteil an dem Konflikt haben“, so Abromeit gegenüber pro.

Deutsche seien in den Konflikt „verwoben“: „Ausgehend von der Verfolgung der Juden in Europa – in besonderer Weise durch die Nationalsozialisten in den Jahren 1933 bis 1945 – hat der Israel Palästina-Konflikt auf unseren Straßen hier begonnen.“

Die Nordkirche gab am frühen Samstagabend auf Twitter an, keine Aufzeichnungen zur Veranstaltung zu besitzen und versprach: „Wir haken nach und melden uns noch einmal.“ Bis Sonntagmittag lag keine weitere Reaktion der Nordkirche vor.

Von: Nicolai Franz

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