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Krieg gegen den Terror – ein Fehler?

Zum zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September gibt es momentan viele Berichte in den Medien. Auch der ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur, Stefan Aust, hat eine Fernseh-Dokumentation über die Hintergründe von "9/11" produziert. Seine These: "Osama Bin Laden ist der Sieger im Krieg gegen den Terror".
Von PRO

Foto: NDR

Die Autoren Stefan Aust und Detlev Konnerth untersuchen in ihrer Dokumentation "Die Falle 9/11– Ein Tag, der die Welt veränderte", wie die Anschläge auf das World Trade Center die Welt veränderten. Damals kamen mehr als 3.000 Menschen ums Leben. "Der 11. September 2001 war der Auftakt für eine globale Welle blutiger Bombenanschläge, der Auslöser für einen Feldzug der USA und ihrer Verbündeten gegen den islamistischen Terror. Mit ihm kamen das Gefangenenlager Guantanamo und der Folterskandal von Abu Ghraib – Symbole für das ‘hässliche Amerika’ und damit für die Aufgabe der eigenen Werte", heißt es in der Ankündigung der ARD-Sendung.

Der ehemalige Chefredakteur des Magazins "Der Spiegel", Stefan Aust, zeigt sich davon überzeugt, dass der Krieg, der seit zehn Jahren gegen den Terror geführt wird, ein Fehler ist. In der Dokumentation "Die Falle 9/11" will er diese These beweisen. Gemeinsam mit Detlev Konnerth hat er eine Fülle an Filmmaterial, darunter auch Sequenzen, die von den Taliban aufgenommen wurden, zusammengetragen. Sie filmten unter anderem in den USA, in Pakistan und in Afghanistan, wo sie Soldaten der Bundeswehr und der US-Truppen begleiteten. Politiker wie der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder, aber auch Soldaten und ihre Angehörigen kommen zu Wort.

Der Westen sei unter der Führung von US-Präsident George W. Bush in die militärische und moralische Falle gelaufen, die das Terror-Netzwerk "al-Qaida" aufgestellt habe, meinen die Autoren. Die überlegene Militärmaschinerie des Westens habe zwar schnelle Siege gegen schwache Regimes wie jene in Kabul und Bagdad errungen, sei dann aber "im Sumpf der Aufstandsbekämpfung stecken geblieben". Zehn Jahre nach 9/11 stehe die Supermacht geschwächt da.

Der Journalist Alan Posener zieht im Feuilleton der Tageszeitung "Die Welt" ein Fazit des 90-minütigen Dokumentarfilms. Seiner Ansicht nach ist es den Autoren gut gelungen, zehn Jahre Krieg in 90 Minuten darzustellen. Allerdings könne der Film nicht die These belegen, dass Osama Bin Laden aus dem Kampf gegen den Terror als Sieger hervorgehe, so Posener. Immerhin hätten sich im Frühjahr 2011 in den islamischen Ländern die Massen erhoben, "um genau jene Ideale einzufordern, die "al-Quaida" bekämpft und der Westen vertritt. Diese Ereignisse spielten jedoch keine Rolle in Austs Film. (pro)

"Die Falle 9/11 – Der Tag, der die Welt veränderte" wird am Sonntag, 4.September, um 21.55 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

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