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“Krieg” – beliebtes Motiv in zahlreichen Filmen

M a r b u r g (KEP) – Noch nie waren Kriegsfilme so populär wie heute – Millionen Zuschauer zieht es in die Kinos, wenn Filme die Dramatik des Krieges thematisieren. Erstmals beschäftigen sich jetzt Marburger Medienwissenschaftler mit dem bisher wenig erforschten Genre "Kriegsfilm".
Von PRO

Heinz-B. Heller, Professor am Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien an der Universität Marburg sagte gegenüber der “Wetzlarer Neuen Zeitung” (WNZ): “Durch die Kriege der vergangenen Jahre, den Golfkrieg oder den in Afghanistan, hat die Darstellung des Krieges im Film ausgesprochen Konjunktur.” Deutlich wird dies an einer Reihe von Filmproduktionen, die den Krieg thematisieren: “Der Soldat James Ryan”, “Wir waren Helden”, “Black Hawk Dawn”, “Band of Brothers”, “Apocalypse Now” oder “Full Metal Jacket” – um nur einige zu nennen.

Wie wird Krieg dargestellt?

Obwohl es zahlreiche Kriegsfilmproduktionen gibt, stellt sich für Heller die Frage, “wie Krieg in Film und Fernsehen überhaupt abbildbar ist”. Bislang habe sich kaum jemand adäquat um die Entwicklung dieser Gattung gekümmert, meint Heller.

Die Wissenschaftler wollen nun herausfinden, ob es Regeln gibt in Bezug auf den Inhalt und die Darstellung des Krieges in den Filmen, die sich durch die Geschichte ziehen. Doch es soll bei der Tagung auch um das grundsätzliche Paradoxon des Kriegsfilms gehen.

Erhält der Krieg im Kino einen Sinn?

Dabei werden grundlegende Fragen aufgeworfen: Denn jede Geschichte in einem Film hat eine “Sinnstruktur”, das heißt einen Anfang und ein Ende und ergebe somit einen “Sinn”. Der Krieg selbst idealisiere aber Chaos und Sinnlosigkeit. Doch durch die “filmische Erzählung” werde den Kriegsereignissen eine “Sinnstruktur” verliehen.

Noch schärfer lasse der Anti-Kriegsfilm diesen Widerspruch erkennen, da er moralisch Aversion und Protest gegen den Krieg vermitteln will. Dennoch kämen auch im Anti-Kriegsfilm Bilder von Kampfhandlungen oder vom Tod vor, die wiederum dem Kriegsgeschehen eine “eigenständige Faszination” geben. Vielmehr müsse der Anti-Kriegsfilm von der “Faszination des Lebens” sprechen, führt Heller gegenüber der Zeitung aus.

Auch die Funktion von Kriegsfilmen im jeweiligen kulturellen Zusammenhang wollen die Medienwissenschaftler erforschen, beispielsweise wie sich Kritik und Unterhaltung oder ästhetischer Widerstand und Vergnügen zueinander verhalten oder worin der Unterschied von Dokumentar- und Spielfilm bestehe.

Interessierte können sich unter www.uni-marburg.de/medienwissenschaften/kriegsfilm informieren. Die Tagung findet vom 22. bis 23. September im Hörsaalgebäude 1 der Universität Marburg, Biegenstraße 1 statt.

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