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Kreuzigung mit Sex-Appeal aufzuladen, ist geschmacklos

In einer Lotto-Werbung hängt das Model Sophia Thomalla am Kreuz. „Weihnachten wird jetzt noch schöner“, konstatiert das Unternehmen. Diese Reklame ist platte Effekthascherei, verletzt religiöse Gefühle und ist darüber hinaus noch sexistisch. Ein Kommentar von Martina Blatt
Von PRO
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Model am Kreuz: Das Werbemotiv eines Lottounternehmens zeigt Sophie Thomalla in einer Jesus-Pose

Foto: Instagram / Sophia Thomalla

Model am Kreuz: Das Werbemotiv eines Lottounternehmens zeigt Sophie Thomalla in einer Jesus-Pose

Leicht bekleidet mit Bustier und einem Tuch um die Hüfte hängt das Model Sophia Thomalla an einem massiven Holzkreuz – und ahmt damit den gekreuzigten Jesus nach. Mit diesem Bild und dem Slogan „Weihnachten wird jetzt noch schöner“ wirbt derzeit das Unternehmen „Lottohelden“ für die spanische Weihnachtslotterie „El Gordo“. Der Gewinnspielanbieter will seinen Umsatz steigern – und erhält für die neue Reklame zu Recht intensive Kritik.

Wir haben in der pro-Reaktion darüber diskutiert, ob und inwieweit wir diese gewollte Provokation überhaupt kommentieren und sie mit Aufmerksamkeit würdigen sollen. Denn es drängt sich der Eindruck einer offensichtlichen Effekthascherei auf. Doch zu dieser Aktion kann man nicht schweigen. Hier wird ein christliches Motiv missbraucht. Das Kreuzesgeschehen ist ein Zeichen tiefster Demütigung des Gottessohnes. Es hat nichts Erotisches oder Schönes. Dies mit Sex-Appeal aufzuladen, ist schlicht obszön.

„Das ist nicht einmal Kunst“

Was die Kreuzigung Jesu, der Christen an Karfreitag gedenken, mit Weihnachten zu tun hat, lässt die Werbung offen. Auf die Anfrage von pro nach dem Konzept hinter der Kampagne reagierte das Unternehmen bislang nicht. Und so bleibt der Vorwurf bestehen, dass das Unternehmen mit dem Missbrauch eines christlichen Symbols Gewinn machen will. Die Meinungen im Netz lauten: „aufmerksamkeitsheischend“, „billig“, „geschmacklos“. Es gibt aber auch positives und lobendes Feedback. Die 28-Jährige, die „an sich“ und „an Karma“ glaubt, solle sich schämen, fordern andere.

„Das ist nicht einmal Kunst“, macht auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, im Gespräch mit der Bild-Zeitung deutlich. „Nur geschmacklos und dumm.“ Andere Künstler hätten „schon viel intelligenter mit diesem Tabubruch gearbeitet“. Und weiter: „Es ist erbärmlich, dass ein Unternehmen glaubt, nur durch Verletzung religiöser Gefühle werben zu können.“ Die Evangelische Kirche in Deutschland wollte sich auf Anfrage von pro nicht äußern.

Werberat bereits aktiv

Der deutsche Werberat ist bezüglich der Kampagne von „Lottohelden“ bereits aktiv. Wie die Sprecherin des Werberats, Anne Grote, pro erläutert, hat der Rat ein Beschwerdeverfahren eröffnet. Die Werbung könne religiöse Gefühle verletzen, besonders bei einer solchen Verwendung christlicher Motive kurz vor dem Weihnachtsfest. Ganz abgesehen davon, ist die Kampagne sexistisch und instrumentalisiert die weibliche Sexualität. Der Werberat verteilte in der Vergangenheit bereits öffentliche Rügen, wenn sich Unternehmen der Körper von Frauen in herabwürdigender Art und Weise für ihre Motive bedienen.

Thomalla sagt im Bild-Interview, für sie selbst sei Kirche kein großes Thema. „Ich respektiere aber jeden, der seine Form des Glaubens lebt.“ Das ist leider nicht überzeugend. Der aktuelle Werbeauftritt hat nichts Respektvolles. Reklame, die die Gefühle gläubiger Menschen verletzt, gibt es immer wieder. Die wirkungsvollste Reaktion ist, sich dem Werbeaufruf zu verwehren und dem Unternehmen zu zeigen: Eine solche Art der Werbung zahlt sich nicht aus.

Von: Martina Blatt

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