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Kreuz-Urteil: Ein schwerer Fehler der Richter

Der Erzbischof von Krakau, Stanislaw Dziwisz, findet deutliche Worte für die geplante Entfernung der Kreuze aus italienischen Schulen. "Das Urteil des Straßburger Gerichtshofes tritt das Recht der Menschen auf Religionsfreiheit mit Füßen", kommentiert der katholische Geistliche in der aktuellen Ausgabe der "Welt".
Von PRO

Foto: Wikipedia

"Die Richter des Gerichtshofes haben einen schweren Fehler begangen", so der Erzbischof. Dziwisz wirft ihnen vor, die Geschichte Europas nicht zu kennen und deswegen auch keine Vision für das Gebilde Europa zu besitzen: "Die Wahrheit spricht deutlich von den christlichen Wurzeln Europas und von der Religionsfreiheit, die alle anderen Freiheitsrechte garantiert."

"Falsche ideologische Haltung"

Mit der Würde des Menschen seien grundlegende Freiheitsrechte verbunden – auch auf Gewissens- und Religionsfreiheit. Deswegen sei das Urteil ein "gefährlicher Schlag gegen die Menschenwürde". Aus Dziwisz Sicht stehe es für eine "falsche ideologische Haltung". Die Konzeption der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft entspreche nicht dem Weg, den die Staatengemeinschaft jetzt gehe. Er selbst habe ein Europa vor Augen, das auf dem Gewissen aufbaut, das die Freiheitsrechte vor Augen habe.

Er frage sich, ob dafür Komplexe gegenüber dem Christentum verantwortlich seien, ob man sich durch kulturelle Pseudoargumente Mut zusprechen wolle oder ob doch eher eine Art Psychotherapie hinter dem Urteil stehe. Im Rahmen einer Psychotherapie könne man alles rechtfertigen, "auch Heuchler, die sich Mut machen wollen. Wenn solche komplexbeladenen Auffassungen im öffentlichen Leben überwiegen sollten, stünde die Europäische Union auf tönernen Füßen", so der Erzbischof in der "Welt".

Dziwisz wurde vom späteren Papst Johannes Paul II. 1963 zum Priester und 1998 zum Bischof geweiht. In verschiedenen Funktionen im Vatikan gehörte er bis zum Tod von Johannes Paul II. zu seinen engsten Vertrauten. Insbesondere in dessen letzten Lebensjahren galt Dziwisz als einer der einflussreichsten Geistlichen im Vatikan. Von Benedikt XVI. wurde er 2005 zum Erzbischof von Krakau ernannt. Dziwisz verfasste mehrere Schriften in Erinnerung an das Papst-Attentat 1981. Darüber hinaus ist er Vizepräsident der Stiftung Johannes Paul II. (pro)

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