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Konzertlesung Samuel Harfst und Samuel Koch

Im mittelhessischen Hüttenberg haben Samuel Harfst und der verunglückte "Wetten dass?"-Kandidat Samuel Koch eine Konzertlesung gegeben. Die Veranstaltung war der Vorgeschmack auf eine gemeinsame Tournee der Beiden, die im Oktober beginnen soll.
Von PRO

Foto: pro

Die beiden Künstler sind seit zwei Jahren befreundet, nachdem Harfst den verunglückten Koch in einer Schweizer Klinik besucht hatte. Bei ihrer Konzertlesung vor fast 400 Zuhörern zeichnete sich der Abend durch ein gelungenes Wechselspiel aus. Koch sicherte dem Publikum zu Beginn gleich mit einem Augenzwinkern zu, dass er an dem Abend keine Silbe singen würde.

Er las aus seiner Biographie „Samuel Koch – Zwei Leben“ vor. Zunächst ging er auf die Zeit vor dem Unfall ein. Seine Kindheit und seine Jugendzeit waren von dem Wunsch geprägt, alles auszuprobieren. „Das Jahr 2010 schien das schönste Jahr meines Lebens zu werden.“ Dann folgte der Unfall bei „Wetten dass?“, seit dem Koch von den Schultern abwärts gelähmt ist. Als er erwachte, befand er sich in einer Zwischenwelt zwischen Dämmerzustand und Erwachen. „Ständig schien draußen Nacht zu sein. Ich verspürte den Wunsch, gleich nach Hause zu gehen. Aber das war ja nicht möglich“, beschrieb Koch seinen Zustand.

Gott so nah und doch so fern

In dieser Zeit hätten Journalisten versucht, Details über ihn herauszufinden, und die „internationale Schmerzskala schien nach oben hin offen zu sein“. Bei diesem Zustand sei er Gott so nah und doch so fern gewesen. In dieser Zeit habe auch das Samuel-Harfst-Lied das „Privileg zu sein“ eine neue Bedeutung für ihn gewonnen. Auch der Musiker Harfst betonte, dass er mittlerweile zwei Seiten dieses Liedes kenne. Er selbst hatte als Straßenmusiker begonnen und dabei das eine oder andere Wunder erlebt, als es finanziell richtig eng wurde: „Ich merke, dass jeder dieses Lied anders hört. Es ist in dem Moment entstanden, wo ich es so erlebt habe.“

Gemeinsam mit seinen Musikerkollegen Dirk Menger (Klavier, Cello und Bass), David Harfst (Percussion) und Timothy James Lucy (Bass) sang sich der aus Hüttenberg stammende Musiker in die Herzen des Publikums. Und wenn er nicht sang, tauschte er sich im lockeren Gespräch mit Koch aus, über Fragen, die ihn wirklich interessieren. Koch stellte fest, dass er nach seinem Unfall sein ganzes Herzblut in die Wiederherstellung seines Körpers gesteckt hatte, statt offen zu sein für andere Entwicklungen.

Musikalisch und lyrisch habe Harfst die Momente vertont, als in seinem Leben alles zusammenbrach: „In meiner Kindheit habe ich alles geglaubt. Aber in meiner Entwicklung habe ich auch zu einigen Sachen ein Ja und ein Nein finden können.“ Textlich hörte sich das bei Harfst wie folgt an: „Ich bin anders als du denkst, näher als du glaubst. Der Wind in deinen Segeln, wenn du Luft zum Atmen brauchst.“

Nicht der einzige Mensch im Rollstuhl

Welche Veränderungen Harfst mit Gott erlebt hat, hat er mit dem Lied „Mit Dir kommt der Sommer. Mit Dir kommt das Leben zurück“ musikalisch umgesetzt. Das Stück stammt aus dem kürzlich erschienenen Album „Schritt zurück“. Von kleinen Schritten nach vorne konnte auch Koch in seiner Lesung berichten, etwa als die Muskulatur im Nacken kräftiger wurde oder er auf einmal seinen kleinen Zeh bewegen konnte. „Das sind die Momente, in denen die Hoffnung erscheint." Harfst nahm den Ball auf und widmete das Lied „Sehenswürdigkeit“ dem kleinen Zeh von Koch.

Wichtig war für Koch auch, dass er nicht der einzige Mensch im Rollstuhl sie: „Konzentriert Euch nicht nur auf diesen Fall, weil er medienwirksam ist, sondern auch auf die vielen anderen Fälle, die ebenfalls Hilfe und Unterstützung brauchen.“ In den Diskussionen mit seinem Freund Samuel Harfst über Gott und den Glauben sei Koch zu dem Ergebnis gekommen, dass, wer richtig nachdenkt, an Gott glauben müsse: „Auch dieses Kapitel meines Lebens gehört zu einer Geschichte, die noch nicht zu Ende ist. Ich hoffe darauf, dass ich mich wieder bewegen kann, aber dieser Gedanke wird oft wieder vom Verstand eingeholt.“

Vorfreude auf den Himmel

Spätestens im Himmel werde er alles wieder tun können, was er sich wünschen könne. Die Frage nach dem Tod bereite ihm jetzt keine Sorge mehr, sei er doch nur ein kleines Rad im großen Weltgetriebe. Der Glaube sei für ihn wie eine feste Zuversicht auf das, was man hofft. Mit dem Lied „Fürchte Dich nicht“ schlug Harfst mit seinem letzten Lied wieder den musikalischen Bogen und griff die Wünsche Kochs auf. (pro)

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