Hamster mit Keks

Hamster mit Keks

Forscher entdecken Corona-Hamster

Wissenschaftler haben in der vergangenen Woche erstmals den sogenannten Corona-Hamster in Deutschland gesichtet. Das Tier ist sehr scheu und hat offenbar einen großen Bedarf an Nudeln, Mineralwasser und Toilettenpapier. Ob es einen Zusammenhang zwischen diesen Dingen gibt, ist noch unklar. Eine Glosse von Jonathan Steinert

Etwa einmal in der Woche füllen wir in unserem Haushalt den Vorrat an Mineralwasser auf: sechs Flaschen zu anderthalb Liter, praktisch in einer Folie verpackt mit einem Tragehenkel dran. Vor vier Tagen war es wieder so weit, die letzten Flaschen leerten sich allmählich, neue mussten ran. Außerdem war auch vom Toilettenpapier nicht mehr viel da, also stand auf dem Einkaufszettel: Mineralwasser, Toilettenpapier.

Das zu besorgen, ist kein großer Akt: Von beidem gibt es verschiedenste Sorten – mit Kohlensäure, naturell oder medium, vierlagig, recycelt, flauschig oder mit besonders gut perforierter Aufreißlasche. Doch ach: Als ich in den Supermarkt kam, nur leere Regale, wo sich sonst Wasserflaschen, Zewa-Tücher und Papierrollen stapeln. Als ich spontan fürs Abendessen noch ein paar Nudeln einpacken wollte, war auch dort statt der ersehnten Teigwaren nur Leere. Ein neuer Versuch am nächsten Tag blieb ohne Erfolg. Weil der Bedarf je länger, desto dringender wurde, legten wir uns schließlich hinter einer Mauerecke vor dem Supermarkt auf die Lauer, um den LKW mit der neuen Lieferung abzupassen und dann rechtzeitig im Discounter unseres Vertrauens zur Stelle zu sein.

Hamsterart im Hamsterrad

Aufschluss über den mysteriösen Ausverkauf gab die Meldung, dass Forscher eine neue Spezies entdeckten: den Corona-Hamster. Dieses Tierchen ist sehr scheu und nur selten zu sehen. Aber es hinterlässt auffällige Spuren – leere Supermarktregale. Denn es gehört zu seinen Wesenszügen, dass es enorme Vorräte an Mineralwasser, Nudeln und Toilettenpapier hortet. Es ist noch nicht klar, ob die besondere Ernährungsweise sich auf die Verdauung auswirkt und diese Hamsterart deshalb auch besonders viele Hygieneartikel benötigt. Fest steht aber: Corona-Hamster sind seit gut einer Woche in Deutschland aktiv.

Und: Sie vermehren sich schnell. Denn diese Hamsterart zeichnet sich auch durch das sogenannte Hamsterrad aus. Dieser Begriff bezeichnet die Verhaltensweise, dass ein Hamster, sobald er sieht, dass die Supermarktregale von einem Artgenossen angefressen sind, sich umso mehr Vorräte zulegt. Das ruft weitere Hamster auf den Plan. Denn je leerer also die Regale, desto größer der Druck für die Corona-Hamster, schneller zu sein und mehr abzugreifen als die Konkurrenz. Durch diese exponentiell wachsende Nachfrage geht das verfügbare Angebot an den begehrten Artikeln so stark zurück, dass Spezies, die diese Verhaltensweise nicht antrainiert haben, oft leer ausgehen.

Wir haben dann vorsichtshalber auch zwei Kästen Wasser und drei Packen Toilettenpapier geholt.

Nachtrag

Nein, liebe Leser, ich möchte mich nicht lustig machen über Menschen, die Angst haben vor dem Corona-Virus und die fürchten, vorübergehend in Quarantäne zu müssen. Sich klug auf Notfälle vorzubereiten, ist wichtig. Aber Panikkäufe sind nicht angebracht. In Hessen, wo sich das Beschriebene zutrug, leben mehr als sechs Millionen Menschen. Bei Redaktionsschluss waren bei 14 von ihnen Infektionen mit dem Virus bestätigt. Mir kam ein Satz von Jesus in den Sinn: „Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? (...) Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“ (Matthäus 6).

Vielleicht kann uns das zu etwas mehr Gelassenheit in der Corona-Krise ermutigen.

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