Der Theologe Jürgen Mette leitete viele Jahre die Stiftung Marburger Medien. 2013 veröffentlichte er das Buch „Alles außer Mikado – Leben trotz Parkinson“, das es auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffte. Für pro schreibt er eine regelmäßige Kolumne.

Der Theologe Jürgen Mette leitete viele Jahre die Stiftung Marburger Medien. 2013 veröffentlichte er das Buch „Alles außer Mikado – Leben trotz Parkinson“, das es auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffte. Für pro schreibt er eine regelmäßige Kolumne.

Trump ist nicht der Messias

Donald Trump polarisiert. Seine jüngsten Äußerungen zum Schutz des Lebens lassen Christen jubeln. Viele halten sein Gebaren jedoch für alles andere als christlich. Bei allem Streit um Mr. President, eines ist Trump nicht: der Messias. Eine Kolumne von Jürgen Mette

Ist er nun ein sich selbst inszenierender Egomane, ein grobschlächtiger und geldmächtiger Immobilienhändler, der ohne Not die jahrzehntelange fein austarierte Diplomatie zwischen Ost und West vom Tisch gefegt und „zertrumpelt“ hat? Ist er immer noch der „Frauenheld“, den Zeit Online am 7. Februar 2018 als einen Mann mit fünf Kindern von drei Frauen bezeichnete, der ungerührt von seinem Ehebruch sprach und von mindestens 19 Frauen des sexuellen Übergriffs beschuldigt wird? Beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos hat er sich mal wieder auf peinliche Weise ins beste Licht gerückt. Er habe den alten Motor USA wieder in Gang gebracht. Und das durch eine knüppelharte Zollpolitik, wo der eigene Laden auf Kosten der früheren europäischen Wirtschaftspartner saniert wird.

Oder ist er der Pseudo-Messias, den der Evangelist und Prediger Billy Graham noch zu seinen Lebzeiten gewählt hat, wie sein Sohn Franklin Graham behauptet? Franklin hält Trump für den „best President, America ever had“, dem es gelungen ist, Millionen von Evangelikalen mit den Themen Abtreibung und Homosexualität hinter sich zu versammeln, und mit der Idee, durch den Bau einer Mauer wider die Armut in Mittel- und Südamerika sein Land wieder zu Amerika-first zu machen? Viele meiner früheren amerikanischen Studienkollegen haben Trump gewählt, um den Sieg Hillary Clintons zu verhindern.

Ehre, wem Ehre gebührt

Trump polarisiert. Heilsbringer für die einen, Zerstörer für die anderen. Dieser Tage stieß ich auf eine Facebook-Konversation, die das Zeug zum Shitstorm hatte. Ein Trump-Versteher hatte die von ihm selbst ausgelöste Debatte mit diesen Worten beendet: „Ich habe die Posts zu Donald Trump gelöscht – es ist zu polarisierend und lenkt vom Wesentlichen ab – JESUS!“

Eine starke Entscheidung. Mein Kompliment! Wir sollten öfters mal die Löschtaste drücken, bevor wir dem Shitstorm freien Lauf lassen – zumal in diesem Fall die Überzeugungen so tief sitzen, dass sie jedem Sturm standhalten. Statt dass wir uns wegen Trumps gegenseitig verbal die Köpfe einschlagen und ihm damit umso mehr Bedeutung schenken, sollten unsere Posts und Likes besser den wahren Heiland groß machen.

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