Der Theologe Jürgen Mette leitete viele Jahre die Stiftung Marburger Medien. 2013 veröffentlichte er das Buch „Alles außer Mikado – Leben trotz Parkinson“, das es auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffte. Für pro schreibt er eine regelmäßige Kolumne.

Der Theologe Jürgen Mette leitete viele Jahre die Stiftung Marburger Medien. 2013 veröffentlichte er das Buch „Alles außer Mikado – Leben trotz Parkinson“, das es auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffte. Für pro schreibt er eine regelmäßige Kolumne.

Europa kann nur mit christlicher Wertebasis gelingen

Ursula von der Leyen wird es als EU-Kommissionspräsidentin schaffen, sich der Endzeitstimmung im europäischen Raum in die Speichen zu werfen und mit den führenden Politikern Europas gute Konzepte erarbeiten. Ihre christliche Prägung ist dabei von Vorteil, meint pro-Kolumnist Jürgen Mette.

Knapp aber ausreichend hat die Seiteneinsteigerin Ursula von der Leyen die Wahl zur EU-Kommissionspräsidentin gewonnen und damit Europa überrascht. Ihre in drei Sprachen locker und zugleich vehement vorgetragene Bewerbungsrede hat offenbar noch einige Abgeordnete umgestimmt.

Die SPD und Die Grünen haben sich von vornherein – in entlarvender Weise unisono mit der AfD – geradezu bräsig-beleidigt gegen von der Leyen gestellt. Sie sei für das hohe Amt „unzulänglich“ und „ungeeignet“. Dass die drei Interimsvorsitzenden der SPD Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel sich an solch erbärmlichen Versuchen beteiligt haben, die deutsche Kandidatin zu verhindern, das macht mich ratlos. Von Schäfer-Gümbel habe ich nichts anderes erwartet, er ist zum Glück auf dem Rückzug aus der Politik. Das Klima in der großen Koalition wird durch den befremdlichen Umgang der SPD mit von der Leyen weiter belastet.

Vielleicht herrscht bei der Bundeswehr auch eitel Freude über den Rücktritt der Verteidigungsministerin, dass sie in Annegret Kramp-Karrenbauer eine neue Chefin bekommen. Wieder keine vom Fach, aber eine mächtige Frau, deren robuste Frisur besser unter den Stahlhelm passt, als dies bei von der Leyen der Fall war. Sie hat es lange auf dem Schleudersitz der Verteidigung ausgehalten, aber das Amt war nicht ihre Welt. Sie konnte für die deutsche Bundeswehr kaum Zeichen setzen und hinterlässt ihrer Nachfolgerin große und dringend nötige Aufgaben. Dass sich die zarte, aber auch resolute Ministerin der Verteidigung auf teure Berater verlassen musste und irgendwann das Budget maßlos überzogen hat, zeigt doch deutlich diese Fehlbesetzung.

Europa mit gemeinsamer Wertebasis

Aber das neue Amt wird ihr trotz knappem Sieg mehr Freude bereiten. Das liegt ihr. 30.000 Beschäftigte werden ihr mit Erfahrung und fachlicher Expertise zur Verfügung stehen. Jetzt ist sie die „Gorch Fock“ los und kann ganz große Politik gestalten. Die intelligente und sprachlich versierte Europäerin wird es schaffen, sich der Endzeitstimmung im europäischen Raum in die Speichen zu werfen und mit den führenden Politikern Europas gute Konzepte erarbeiten. Sie darf alles anpacken, neu und anders, aber in einem Punkt empfehle ich ihr dringend, auf ihren Vorgänger Jean-Claude Juncker zu hören: Den Ausstieg der Briten aus der EU nicht endlos zu verhandeln.

Ich wünsche der neuen EU-Kommissionspräsidentin Kraft, Weisheit und Gottes Segen. Europa kann nur mit einer gemeinsamen Wertebasis gelingen. Und diese Basis nennen wir „christlich“. Und das bedeutet, die Welt wie Jesus zu sehen und alles von seinem Heil her zu verstehen und ihm entsprechend zu handeln: in der Flüchtlingsfrage, in der Klimafrage und im Schutz des ungeborenen und geborenen Lebens.

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus