Frieden zu halten, kann harte Arbeit sein

Frieden zu halten, kann harte Arbeit sein

Frieden gibt es nicht umsonst

Vom vergangenen Silvester bleiben zwei gewaltsame Vorfälle in Erinnerung. Da trifft die Jahreslosung ins Mark: Frieden gibt es nicht umsonst, um Frieden müssen wir uns aktiv bemühen. Ein Kommentar von Jonathan Steinert

In vielen Städten Deutschlands verlief der Jahreswechsel friedlicher als im vorigen Jahr. Medien und Öffentlichkeit beschäftigen derzeit jedoch zwei Vorfälle: Prügeleien von jungen Flüchtlingen in Amberg; und der Deutsche, offenbar psychisch Kranke, der sein Auto gezielt in Menschengruppen steuerte – womöglich aus Fremdenhass. In beiden Fällen gab es Verletzte, zum Glück keine Toten.

„Suche Frieden und jage ihm nach!“ Psalm 34,15

Da lässt die Jahreslosung für 2019 aufmerken: Frieden suchen und ihm nachjagen. Wie treffend ist diese Aufforderung in unserer angespannten Zeit. Wo nicht nur zum Jahreswechsel ein unterschwelliges Gefühl von Misstrauen, Angst, Verdacht herrscht. Wo ein kleiner Vorfall genügen kann, um gesellschaftliche Empörungswellen auszulösen.

Der Vers aus Psalm 34 macht deutlich, dass Frieden nicht einfach so zu haben ist. Um Frieden zu haben, müssen wir aktiv werden: ihn suchen und ihm nachjagen – und festhalten. Frieden ist nicht der Normalzustand, er ist vielmehr flüchtig, wir müssen uns um ihn bemühen und ihn erarbeiten. Misstrauen und Angst sind dafür keine geeigneten Mittel. Vertrauen und Vergebung schon, mitunter auch Verzicht. Wenn sich jetzt beispielsweise Bürgerwehren formieren, weil betrunkene ausländische Jugendliche Prügeleien angezettelt haben, dann dient das sicher nicht wirklich dem Frieden, sondern dem Misstrauen gegenüber einer Gruppe von Menschen.

Wahrhaftigkeit ist die Voraussetzung für Frieden

Gerade dann, wenn wir unzufrieden sind, uns ungehört und ungerecht behandelt fühlen, ist Frieden harte Arbeit – in zwischenmenschlichen Beziehungen genauso wie auf gesellschaftlicher Ebene. Es wäre leichter, die Bombe irgendwann platzen zu lassen, mal so richtig dreinzuschlagen, statt auszuhalten, auszuhandeln und Dinge so zu verändern.

Interessant ist auch der Vers, der direkt vor der Jahreslosung steht: „Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.“ Wahrhaftigkeit ist eine elementare Voraussetzung für Frieden. Gerüchte, Vorurteile und Verschwörungen fördern das Gegenteil.

Lassen Sie uns gemeinsam den Frieden in unseren Beziehungen und in unserem Land suchen. Lassen Sie uns Gerüchten und Falschinformationen die Wahrheit entgegenstellen. Lassen Sie uns in der Sache diskutieren und uns wertschätzend dabei in die Augen sehen. Lassen Sie uns lernen, einander zu verstehen statt zu verurteilen. Lassen Sie uns einander und anderen einen Vertrauensvorschuss gewähren – und Vergebung, wenn wir enttäuscht werden.

In diesem Sinne: Ein friedliches und gesegnetes neues Jahr!

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