Christen in einer Gemeinde können politisch ganz unterschiedliche Farben präferieren – und mit dieser Spannung versöhnt leben

Christen in einer Gemeinde können politisch ganz unterschiedliche Farben präferieren – und mit dieser Spannung versöhnt leben

Versöhnung trotz politischer Verschiedenheit!

Christen werden am Sonntag ganz unterschiedliche Parteien wählen. Sie sollten Versöhnung suchen, statt sich deswegen gegenseitig den Glauben abzusprechen. Ein Kommentar von Moritz Breckner

Alle Demoskopen sind sich einig: Bei der Bundestagswahl am Sonntag werden sieben Parteien den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen (wenn man die CSU trotz Fraktionsgemeinschaft mit der CDU als eigene Partei zählt). Gespräche in der Familie, im Freundeskreis oder in der Gemeinde zeigen: Obwohl die Parteien sehr unterschiedlich sind, haben sie alle auch überzeugte Christen als Wähler – manche mehr, manche weniger.

Christen haben oft gemeinsame Anliegen: Zum Beispiel wollen sie der Welt die Liebe Gottes zeigen und Werte aus der Bibel in die Gesellschaft hineintragen. Deswegen kann es mitunter schwerfallen, zu akzeptieren, dass Christen politisch nicht immer am selben Strang zu ziehen scheinen. Gerade diejenigen, die leidenschaftlich und emotional über Politik diskutieren oder die sich in einer Partei engagieren, haben schwer daran zu schlucken, wenn Freunde oder andere Gemeindeglieder zu der Überzeugung kommen, eine andere Partei zu unterstützen als die eigene.

„Als Christ tut man das einfach nicht!“

In den zurückliegenden Tagen haben Christen in den sozialen Medien viele emotionale Diskussionen über die Bundestagswahl geführt. Dabei sind sie mit ihren Nächsten nicht zimperlich umgegangen. Da wurden Menschen zu Verrätern erklärt, weil sie eine bestimmte Partei nicht wählen wollen, anderen wurde wegen ihrer Wahlentscheidung der aufrichtige Glaube abgesprochen. Oft hieß es: „Als Christ tut man das einfach nicht!“ Das ist nicht die Art und Weise, wie mit der Spannung zwischen eigener Überzeugung und der Akzeptanz anderer umgegangen werden sollte.

Die sozialen Netzwerke sind sowieso ein Ort, an dem fruchtbare Diskussionen nur selten entstehen. Meist zeigt sich erst im Gespräch von Angesicht zu Angesicht, wie und warum der andere zu seinen Überzeugungen gelangt. Es ist keineswegs ungewöhnlich, wenn zwei Menschen nach einem solchen Gespräch noch immer unterschiedlicher Meinung sind. Doch stehen die Chancen gut, dass Respekt und Verständnis für das Gegenüber und seine Perspektive gewachsen sind.

In den kommenden Tagen wird in Deutschland noch viel über Politik gestritten werden. Leben wir als Christen Versöhnung vor, indem wir unsere Verschiedenheit annehmen. Leisten wir damit einen Beitrag zum Frieden und zur Einheit in unserer Gesellschaft. Und lassen wir nicht zu, dass Politik auch unsere Gemeinden und Familien spaltet. (pro)

Von: mb

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