Der Evangelische Kirchentag 2017 in Berlin und Wittenberg – was würde Luther davon halten? Zehntausende Besucher können sich selbst ein Bild machen

Der Evangelische Kirchentag 2017 in Berlin und Wittenberg – was würde Luther davon halten? Zehntausende Besucher können sich selbst ein Bild machen

Wenn Luther auf den Kirchentag ginge ...

Martin Luther wird auf dem Kirchentag gefeiert. Würde er die Veranstaltung besuchen, wäre er vermutlich verwundert – und wütend. Ein Kommentar von Moritz Breckner

Der Deutsche Evangelische Kirchentag findet ab morgen nicht nur in Berlin, sondern auch in Wittenberg statt – um den Reformator Martin Luther und dessen Wirken vor genau 500 Jahren zu würdigen. Luther war ein Mann der klaren Worte, der sich zu Lebzeiten nicht abfinden wollte mit einer Kirche, die zentrale biblische Wahrheiten durch fragwürdige religiöse Praktiken zu Lasten der Menschen ersetzt hatte.

Luther wollte die Kirche nicht modernisieren, er wollte sie zurückführen zum ursprünglichen Evangelium. Was würde er heute auf dem Kirchentag vorfinden? Manch gelungene politische Diskussion, sicherlich auch den ein oder anderen guten geistlichen Impuls. Aber auch: Ein Zentrum „Muslime und Christen“, wo es etwa ein Mittagsgebet mit „Rezitationen aus Heiligen Texten“, also Bibel und Koran, geben soll. Außerdem eine „Interreligiös-feministische Basisfakultät“, mit dem Motto: „Feminist*innen aller Religionen, vereinigt euch. Strategien gegen Fundamentalismus.“ Es gibt einen muslimischen Poetry Slam mit Impulsen eines Islamwissenschaftlers genauso wie einen Einführungskurs in die buddhistische Zen-Meditation.

Luthers Worte klingen anders

Anderen Glaubensrichtungen als dem Christentum begegnet der Kirchentag nicht missionarisch, sondern im Dialog auf Augenhöhe – es treffen sich sozusagen gleichberechtigte Modelle von „Wahrheit“. Was Luther dazu wohl sagen würde, lässt sich an einem Zitat des Reformators erahnen: „Alle rechten Predigten gehen dahin, dass wir glauben sollen, allein Christus sei der einzige Heiland und Trost der Welt.“ Und weiter: „Wer Gott in Christus nicht findet, der findet ihn nimmermehr, er suche, wo er wolle.“

Wundern würde sich Luther wohl auch über manch ethisches Thema, für das sein Name instrumentalisiert wird. „Mit der Bibel gegen Homofeindlichkeit: Biblisch-theologische Grundlagen und lutherische Auslegung“ wird etwa im „Zentrum Regenbogen“ angeboten.

Ginge Luther heute auf den Kirchentag, würde er sich wohl nicht nur wundern, sondern auch empören. Und mit einem Donnerwetter eine neue Reformation anstoßen: Zurück zur Bibel, um der Kirche eine Zukunft zu geben. (pro)

Von: mb

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