Rick Warren erklärte 2009 in einem Video, dass er das ugandische Gesetz gegen Homosexualität „schrecklich" finde
Rick Warren erklärte 2009 in einem Video, dass er das ugandische Gesetz gegen Homosexualität „schrecklich" finde

FAZ diffamiert Rick Warren

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat am Donnerstag über christliche Missionare in Afrika berichtet. Dabei behauptet sie zu Unrecht, der Amerikaner Rick Warren unterstütze ein Gesetz gegen Homosexuelle. Ein Kommentar von Moritz Breckner

Evangelikale aus den USA nehmen immer mehr Einfluss auf die Politik in Afrika, stellt FAZ-Korrespondent Thomas Scheen zunächst fest, um dann ebenso pauschal zu behaupten: „Ihr Programm ist radikal und schwulenfeindlich.“ Als Beispiel wird zunächst der Aktivist Scott Lively genannt, bei dem diese Kritik durchaus angebracht ist. Lively hat 1995 ein Buch veröffentlicht, in dem er die Verfolgung schwuler Männer im Dritten Reich leugnet und behauptet, Homosexuelle hätten die Nazi-Ideologie vorangetrieben. Im FAZ-Artikel steht nicht, dass Lively für seine absurden Thesen harte Kritik aus den eigenen Reihen hinnehmen musste und keineswegs repräsentativ für evangelikale Christen steht.

Unfair wird der Autor, als er ausgerechnet über den kalifornischen Pastor und „Leben mit Vision“-Autor Rick Warren behauptet, dieser habe „den Kampf gegen Homosexualität zu einer Überlebensfrage für die afrikanische Gesellschaft“ erklärt. Warren hat sich seit Jahren um Afrika verdient gemacht, war immer wieder mit Gläubigen seiner „Saddleback Church“ vor Ort, um Schulen zu unterstützen und dem Kampf gegen AIDS voranzutreiben. Warrens private Meinung über praktizierte Homosexualität trat dabei nicht hervor.

„Doch trotz aller guter Taten nutzt der Kalifornier seine Popularität vor allem zur Propagierung einer restriktiven Gesetzgebung gegen Homosexuelle“, schreibt Scheen. Das ist entweder ein Irrtum, oder eine glatte Lüge: Warren hat bereits 2009 in einer Videobotschaft an Pastoren in Uganda erklärt, das „schreckliche“ von der ugandischen Regierung vorgeschlagene Gesetz zur Strafbarkeit von Homosexualität abzulehnen. Im März bekräftigte er seine Kritik an dem Gesetz. „Das Gesetz ist ungerecht, extrem und unchristlich gegenüber Homosexuellen“, sagte Warren. Gerüchte, er würde das Anti-Homosexuellen-Gesetz unterstützen, wies er zurück. Dies hatte unter anderem eine US-Journalistin behauptet.

In der FAZ finden diese Worte keinen Platz, stattdessen schreibt die Zeitung vielsagend: „Warrens enge Beziehung zu der Frau des ugandischen Präsidenten Museveni ist weithin bekannt.“

Wieder einmal stehen für einen Journalisten Evangelikale unter Generalverdacht. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung muss Rick Warren nicht mögen – aber sie sollte ihre falschen und rufschädigenden Behauptungen über ihn richtigstellen. (pro)

Von: mb

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus