Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat vor den Vereinten Nationen einen Christus namens Imam Al-Mahdi angekündigt

Ahmadinedschad erwartet neuen Christus

Etwas Seltsames ist geschehen. Und die meisten zucken wohl nur mit den Achseln und heften es als Auswüchse eines etwas verschrobenen Staatslenkers ab. Die Medien haben jedenfalls kaum darauf geachtet. Mahmud Ahmadinedschad, Präsident des Iran, hat seine Redezeit vor der 67. UN-Vollversammlung der Vereinten Nationen vergangene Woche dazu genutzt, eine Predigt zu halten. Mehr noch.

Ahmadinedschad, sonst ja dafür bekannt, zu Israels Vernichtung aufzurufen, beklagte am Mittwoch vor den Vertretern von über 120 Ländern zunächst all die Schlechtigkeit in der Welt. Es gebe "Egoismus, Misstrauen und Diktaturen" allüberall, ja, sogar die Würde des Menschen werde angegriffen. In früheren Reden sprach er übrigens wiederholt davon, dass Israel, das er stets nur als "zionistisches Regime bezeichnet, "beseitigt" werden müsse.

Seine Rede eröffnete Ahmadinedschad "im Namen Gottes", er fuhr fort mit einem langen Lobpreis Allahs. Erst dann kam die allgemeine Begrü.ung: "Herr Vorsitzender, Exzellenzen, Damen und Herren..." Man stelle sich vor, Israels Premier Benjamin Netanjahu begönne seine Rede mit einem "Schma Jisrael, Adonai, Gepriesen sei Gottes ruhmreiche Herrschaft immer und ewig!"

Kriege gebe es in der Welt, "rassische Konflikte", und schließlich sei da ja auch noch das größte Übel in der Welt: der Zionismus. Doch Gott habe den Menschen nicht geschaffen, damit er leidet, weiß Ahmadinedschad. "Muslime, Christen, Juden, Hindus und Buddhisten und andere" könnten in Frieden zusammen leben. Was dazu nötig sei, sei eine "neue Weltordnung". Und die sieht er nicht nur als politisch, sondern auch als spirituell bedeutsam an. "Setzt euer Vertrauen in Gott, den Allmächtigen...", rät Ahmadinedschad sowie: "Glaubt an Gottes Güte...", um dann auf den Punkt zu kommen: "Der Allmächtige hat uns einen Menschen der Güte versprochen, einen Mann, der die Menschen und die absolute Gerechtigkeit liebt, einen Mann, der der perfekte Mensch ist, und sein Name ist Imam Al-Mahdi. Ein Mann, der gemeinsam mit Jesus Christus kommen wird." Dieser Al-Mahdi werde die Nationen in Humanität leiten und die genannten Ideale umsetzen.

Daher weht also der Wind. Ahmadinedschad nutzt seine Redezeit vor den höchsten politischen Führern der Welt nicht etwa, um sich zu dafür entschuldigen, selbst regelmäßig zur Auslöschung eines Volkes aufzurufen, sondern um einen Erlöser anzukündigen. "Die Ankunft des ultimativen Erlösers wird ein Neubeginn sein, eine Wiedergeburt, eine Auferstehung. Es wird der Anfang des Friedens sein, ewiger Sicherheit und des echten Lebens", sagt er und will bis zum Ende seiner Rede von nichts anderem mehr reden. Und die Herren Politiker sollen doch bitte ihre Hoffnungen ebenfalls auf den kommenden Imam setzen.

Völlig durchgeknallt, könnte man achselzuckend kommentieren. Doch was der iranische Präsident da ankündigt, kommt einem Bibelleser irgendwie bekannt vor. Jesus selbst hat davon gesprochen, dass irgendwann ein falscher Friedensfürst kommen wird, der für einige Zeit sogar wirklich Frieden bringen werde. Dann aber werde er die Anbetung des Schöpfers in die Anbetung des Geschöpfes verkehren und sich selbst quasi als "Gegen-Christus" anbeten lassen. Dass den "Friedensfürsten der Neuen Weltordnung" ausgerechnet einer der größten Juden-Hasser der Welt ankündigt, gibt zu denken.

Von: js

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