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„Koexistenz zwischen Kürbis und Kirchenreform“

Halloween und Reformationsfest zeigen zwei Seiten derselben Medaille, schreibt Edgar Sebastian Hasse in der Tageszeitung Die Welt. Kein Verständnis hat er für protestantische „Spaßverderber“.

Von PRO

Foto: Africa Studio/Fotolia

„Schade, dass bei den Lutheranern manchmal so schnell Schluss mit lustig ist“, bedauert Hasse und verweist auf „religiöse Kulturkämpfer“ wie Margot Käßmann, die im heidnischen Halloween-Kult „kommerziellen Humbug“ sehen. Eine friedliche Koexistenz zwischen Kürbiskult und Luthers Kirchenreform sei durchaus möglich, findet der Autor.

Schließlich spiegelten beide Feste, so grundverschieden sie auch sind, zwei Seiten der kollektiven Psyche wider: Die dunkle, das Schattenreich, den Tod – Halloween. Und die helle, der Geist Gottes – Die Reformation. „Wo das Christentum seine Deutungskraft über das Leben der Menschen verliert, feiern solche Rituale fröhliche Urständ“, schreibt Hasse über den Geisterkult, findet das aber weniger schlimm, als es im ersten Moment klingt: „Menschen brauchen eben Rituale und Feste, um den Alltag zu unterbrechen und zeitliche Übergänge abzufedern. Gern auch mit dicken Gartenfrüchten.“

Im Gegenteil sieht er sogar Gemeinsamkeiten zwischen beiden Festen: Sowohl bei Luther als auch bei Halloween spiele die Frage nach dem Tod und den letzten Dingen die eigentliche Rolle. „In der Vorstellung der alten Kelten ist die Grenze zwischen Toten und Lebenden gerade in der Nacht zum 1. November (Allerheiligen) besonders durchlässig. Auch der Reformator Martin Luther hat sich mit Sterben und Tod als Seelsorger und Theologe intensiv auseinandergesetzt.“ Aber an einem Punkt schieden sich die Geister dann doch: „Während die Funktion von Halloween die kollektive Inszenierung von Gruseln ist und keine individuelle Hoffnung für das reale Leben vermittelt, lebt gerade das Christentum von einer großen Verheißung: Es ist die Auferstehung Jesu, die an Ostern gefeiert wird.“ (pro)

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