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„Klimahysterie“ ist „Unwort des Jahres“ 2019

Mit dem Wort „Klimahysterie“ werden Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditiert. So begründet die Jury der Initiative „Unwort des Jahres“ ihre diesjährige Wahl. Die Sprachwissenschaftler kritisieren zudem das Wort „Ethikmauer“ als „Unwort“, das in einem Zeitungskommentar verwendet wurde.
Von Jörn Schumacher
Zum „Unwort des Jahres“ wurde „Klimahysterie“ gewählt

Foto: kelly bell photography

Zum „Unwort des Jahres“ wurde „Klimahysterie“ gewählt

„Klimahysterie“ sei zum „Unwort des Jahres“ 2019 gewählt worden, weil es Bemühungen zum Schutz des Klimas diffamiere, sagte die Sprecherin der Jury der Initiative, Nina Janich, am Dienstag. „Er pathologisiert pauschal das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als Art kollektiver Psychose.“

Der Ausdruck sei im Jahr 2019 von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien verwendet worden, „von der F.A.Z. über Unternehmer bis hin insbesondere zu AfD-Politikern“, heißt es in der Begründung der Initiative. Der AfD-Politiker Alexander Gauland hatte im Juni vergangenen Jahres etwa gesagt: „Die Klimahysterie der anderen Parteien wird die AfD nicht mitmachen.“ Der Ausdruck „Klimahysterie“ war der Jury neunmal vorgeschlagen worden.

Kabarettist Urban Priol in der Jury

Ein weiteres „Unwort“ des Jahres sei „Umvolkung“, so die Jury. Der Ausdruck habe 2019 durch ein ZDF-Interview mit dem neuen AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla größere Aufmerksamkeit erhalten. „Es handelt sich um einen Schlüsselbegriff einer rechtsextremen Verschwörungstheorie.“ Diese behaupte, die weiße Mehrheitsbevölkerung in Europa oder in den USA werde durch Flüchtlinge ausgetauscht. Sie sei fester Bestandteil der Ideologie der AfD. Der Ausdruck „Umvolkung“ wurde zweimal eingesandt, teilte die Jury mit.

Auch das Wort „Ethikmauer“ kritisiert die Jury als ein „Unwort“ aus dem Jahr 2019. Es stehe „exemplarisch für Ausdrücke, die jede moralisch-ethische Argumentation als ein Zeichen naiver Fortschrittsverweigerung diskreditieren“. Das Wort sei in einem Kommentar der Zeitung Die Welt am 1. August 2019 verwendet worden. Darin ging es um japanische Forschungen zur Züchtung menschlicher Organe in Tieren zu therapeutischen Zwecken. Der Autor hatte geschrieben: „Bei dieser Forschung zum Wohl des Menschen kann man sich nicht hinter einer Ethikmauer verstecken.“ Eine Person hatte das Wort als „Unwort“ der Jury vorgeschlagen.

Insgesamt gab es 671 Einsendungen mit 397 Vorschlägen. Die Häufigkeit der Einsendung eines Wortes hat keinen Einfluss auf die Entscheidung der Jury. Im November hatte Sprecherin Janich mitgeteilt, dass viele Vorschläge zunächst mit Migration zu tun gehabt hätten, zum Beispiel „Asyltourismus“ oder „Flüchtlingsdeal“. Doch dann sei die Klimadiskussion zunehmend in den Fokus geraten. Viele davon hätten mit Glauben zu tun: „CO2-Jünger“, „CO2-Glaube“, „Klimakirche“ oder „Tesla-Jünger“ seien unter den Vorschlägen.

Das Unwort des Jahres 2018 war „Anti-Abschiebe-Industrie“, das aus 2017 lautete „alternative Fakten“. Das Unwort wird seit 1991 gekürt und soll auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. In der Jury der ehrenamtlichen Aktion „Unwort des Jahres“ sitzen vier Sprachwissenschaftler und ein Journalist. Als jährlich wechselndes Mitglied war in diesem Jahr der Kabarettist Urban Priol beteiligt.

Von: Jörn Schumacher

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