Kleiner Lichtblick für Christen in Indien

Christen in Indien haben kürzlich einen kleinen Lichtblick erlebt: Die höchste richterliche Instanz des Landes stellte sich auf ihre Seite. Es geht um die Bestattung von Verstorbenen.
Von Swanhild Brenneke
Indien

Ein seltener Lichtblick für Christen in Indien: Mit einer einstweiligen Verfügung hat sich der Supreme Court of India hinter die Christen im Land gestellt. Der Gerichtshof ist die höchste richterliche Instanz Indiens. In der Verfügung geht es um den Umgang mit Verstorbenen, berichtet die christliche Hilfsorganisation Open Doors. Erzwungene Exhumierungen und Umbettungen von Leichnamen christlicher Stammesangehöriger müssten sofort gestoppt werden, urteilte das Oberste Gericht.

Christen in Indien hätten oft Probleme, ihre verstorbenen Angehörigen angemessen zu bestatten, erklärt Open Doors. Vielfach gebe es Widerstand aus ihren Dörfern, wenn sie ihre Verstorbenen auf nahegelegenen Friedhöfen beerdigen wollten.

In dem Fall, der dem Urteil vorausgeht, sei der Sohn eines Pastors gezwungen worden, seinen verstorbenen Vater 20 Kilometer von seinem Heimatdorf entfernt auf einem anderen Friedhof zu begraben. Nachdem die Bestattung von lokalen Behörden und Dorfbewohnern gewaltsam verhindert worden sei, habe sich der Sohn an das Oberlandesgericht des Bundesstaats Chhattisgarh gewandt. Doch auch dort sei er auf Widerstand gestoßen mit der Begründung, eine Beerdigung vor Ort könne „Unruhen und Zwietracht hervorrufen“. Der Verstorbene, Pastor einer lokalen Kirche, habe bereits 15 Tage in einer Leichenhalle gelegen.

200 Kilometer bis zum Friedhof

Erst der Supreme Court in Neu-Delhi habe sich auf die Seite des Sohnes gestellt. Dort sei eine „scharfe Rüge“ gegen die Landesregierung in Chhattisgarh und gegen das dortige Oberlandesgericht erteilt worden. Vor kurzem hatte sich dann der Supreme Court mit dem Fall beschäftigt und nun besagte Verfügung erlassen.

Auch in einem anderen Fall im Bundesstaat Chhattisgarh wurden Christen daran gehindert, ihre Angehörige auf dem Dorffriedhof oder dem privaten Ackerland zu bestatten. Sie hätten für die Beerdigung 200 Kilometer weit zu einem christlichen Friedhof reisen müssen, berichtet Open Doors.

Die Angelegenheit zeige, dass Christen in Indien vor wachsenden Herausforderungen stünden, ihren Glauben auszuüben. „Das Eingreifen des Supreme Court in den Bestattungsstreit ist von großer Bedeutung, da es die verfassungsmäßigen Rechte jedes Einzelnen unabhängig von seiner religiösen Identität schützt“, zitiert Open Doors eine lokale Partnerin der Hilfsorganisation.

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