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Klarstellung: Facebook veröffentlicht interne Richtlinien

Facebook hat auf Vorwürfe reagiert, dass Mitarbeiter in den USA Nachrichten mit einer konservativen Zielrichtung aus den News-Trends gestrichen hätten. Das Unternehmen veröffentlichte deswegen am Donnerstag seine internen Richtlinien zur Nachrichtenauswahl.
Von PRO
Das soziale Netzwerk Facebook war in den USA in der Kritik, weil Nachrichten manipuliert worden sein sollten
Das soziale Netzwerk Facebook war in den USA in der Kritik, weil Nachrichten manipuliert worden sein sollten
Facebook hat am Donnerstag seine internen Richtlinien zur Auswahl von Nachrichten-Trends in den USA veröffentlicht. Damit tritt das Unternehmen Manipulations-Vorwürfen entgegen, dass Mitarbeiter beeinflusst hätten, welche Nachrichten in der Rubrik „Trending Topics“ angezeigt werden. Auch Unternehmenschef Mark Zuckerberg hat sich in der Debatte zu Wort gemeldet. Die Richtlinien zeigen, dass die News-Themen grundsätzlich von einer Software vorgeschlagen werden. Mitarbeiter, die die Themen prüfen, können allerdings beeinflussen, mit welchen Bildern und zentralen Nachrichtenquellen sie diese präsentieren. Außerdem listen sie Doppelungen und Falschmeldungen auf. Frühere Facebook-Mitarbeiter hatten dem Technologie-Blog „Gizmodo“ erzählt, sie seien angewiesen worden, Nachrichten mit konservativem Anstrich zu unterdrücken. Damit ist auch eine Debatte über den Einfluss von Facebook als Nachrichtenmedium entbrannt. Ein republikanischer Senator forderte zusätzliche Informationen zu dem Sachverhalt vom weltgrößten Online-Netzwerk.

Zuckerberg: Plattform für alles und jeden

Unternehmens-Chef Marc Zuckerberg hat mit einem eigenen Facebook-Eintrag auf die Vorwürfe reagiert. Facebook wolle Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Ideen eine Plattform bieten, ihre Gedanken zu teilen. In dieser globalen Gemeinschaft könne jeder alles teilen: von einem einfachen Foto bis zu intellektuellen Analysen politischer Ereignisse. Das Unternehmen habe strenge Richtlinien, schreibt Zuckerberg. Diese erlaubten es nicht, eine Meldung mit bestimmter politischer Richtung zu bevorzugen. Er nehme die gemachten Vorwürfe ernst, habe aber keine Anhaltspunkte gefunden, die diese bestätigten. Sollte es Verstöße gegen die Facebook-Prinzipien gegeben haben, werde er entsprechende Schritte einleiten. Zuckerberg will sich in den kommenden Wochen mit führende Politikern treffen, um sich ihre Ansichten anzuhören.

Auswertung deutscher Online-Medien

Der 31-Jährige betonte, dass jedes Facebook-Werkzeug dazu dienen solle, mehr Menschen eine Stimme zu geben und die globale Netzgemeinde zusammenzubringen. Solange er an der Spitze des Unternehmens stehe, werde dies seine Mission sein. Der Kasten mit den Nachrichten-Trends auf der Facebook-Seite wird getrennt von der eigentlichen Zeitleiste eines Nutzers bestückt. Er ist in Deutschland nicht verfügbar. Diverse deutsche Online-Medien werden dennoch mit ausgewertet, um die Nachrichten-Trends zu ermitteln. Neue Nachrichten werden in vier Kategorien unterteilt, von „normal“ bis „nuklear“ – dies sind Ereignisse mit besonders großem weltweitem Widerhall. Dies geht aus der veröffentlichten Richtlinie hervor, die an einigen Stellen geschwärzt ist. Demnach dürfen Mitarbeiter auch keine zusätzlichen Themen hinzufügen, die nicht von Software gefunden wurden. Das „Wall Street Journal“ hatte gemeldet, dass die Berichte über die Terroranschläge in Paris manuell in die Liste aufgenommen wurden, bevor sie von dem Programm als Trend-Thema ausgemacht werden konnten. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/detailansicht/aktuell/facebook-kann-alles-manipulieren-was-wir-lesen-96063/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/deutsche-betrachten-medien-kritisch-95974/
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