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„Klarer Auftrag, religiös motivierte Gewalt zu beseitigen“

Vertreter von 16 Kirchen und Religionsgemeinschaften in Österreich haben anlässlich des ersten UNO-Gedenktags für Opfer religiös motivierter Gewalt ein Zeichen gesetzt. Sie trafen sich in der Seestadt Aspern, um sich gemeinsam zum Frieden zu bekennen und gegen jegliche Form religiös motivierter Gewalt aufzustehen.
Von PRO
Vertreter von 16 Kirchen und Religionsgemeinschaften in Österreich haben sich anlässlich des ersten UNO-Gedenktags für Opfer religiös motivierter Gewalt getroffen

Foto: Gudrun Kugler

Vertreter von 16 Kirchen und Religionsgemeinschaften in Österreich haben sich anlässlich des ersten UNO-Gedenktags für Opfer religiös motivierter Gewalt getroffen

Seit diesem Jahr gibt es den Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder Weltanschauung. Aus diesem Anlass trafen sich Vertreter aus 16 Kirchen und Religions- und Glaubensgemeinschaften am Gelände des Campus der Religionen in der Seestadt Aspern in Wien. Initiiert wurde dieses Treffen von der Nationalratsabgeordneten Gudrun Kugler. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Menschenrechte.

Unterstützt wurde sie dabei von Jan Figel, EU-Sonderbeauftragter für Religionsfreiheit, und Ingeborg Gabriel, Sonderbeauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Kampf gegen Rassismus, Xenophobie und Diskriminierung.

„Meilenstein für die Religionsfreiheit weltweit“

Anwesend waren Vertreter der Katholischen Kirche, des Islams, des Buddhismus, der Alevitischen Glaubensgemeinschaft, der Evangelischen Kirche, der Freikirchen, der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, der Israelitischen Religionsgesellschaft, der Armenisch-Apostolischen Kirche, der Bahá’í Gemeinde, der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der Antiochenisch-orthodoxen Erzdiözese, der Serbisch-Orthodoxen Kirche, der Koptisch-Orthodoxen Kirche, der Russisch-orthodoxe Kirche und der Sikh-Glaubensgemeinschaft.

„Wir wollen den positiven Beitrag der Religionsgemeinschaften für die Gesellschaft unterstreichen und uns gegen die Verfolgung von Menschen aufgrund ihres Glaubens aussprechen“, erklärte Kugler. „Der Gedenktag ist ein Meilenstein für Religionsfreiheit weltweit.“ Er sei keineswegs nur symbolisch zu verstehen, sondern enthalte „einen klaren Auftrag an die UN-Mitgliedsstaaten, religiös motivierte Gewalt zu beseitigen. Dazu wollen wir auch in Österreich beitragen“.

Enorme Dringlichkeit, Frieden zu stiften

Kugler hatte sich in der vergangenen Legislaturperiode in verschiedenen politischen Initiativen für die Rechte religiöser Minderheiten eingesetzt. Aus ihrer Sicht sei die Gewalt gegen Gläubige praktisch aller Glaubensrichtungen dramatisch gestiegen. Bei der Zusammenkunft fanden die Teilnehmer der unterschiedlichen Religionen versöhnliche Worte.

Adis Candic, Vizepräsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, monierte, dass Glaubensunterschiede immer wieder für gegenseitige Feindseligkeiten und Anschuldigungen genutzt würden. Weihbischof Franz Scharl betonte in seiner Rede die Dringlichkeit, Frieden zu stiften. EU-Sonderbeauftragter Figel hob in seiner Grußbotschaft die Bedeutung des Gedenkens hervor. Die OSZE Sonderbeauftragte Gabriel betonte, dass jeder Einzelne bei Nicht-Diskriminierung und Toleranz viel bewirken könne. Die Begegnung mit anderen Religionsvertretern könnten ein Weltbild verändern.

Pionierprojekt für das unterreligiöse Zusammenleben

Die UN-Generalversammlung hat mit einer Resolution den 22. August als offiziellen Gedenktag festgelegt. Ihre Mitgliedsstaaten sollten diesen Tag auf angemessene Weise begehen. In der Resolution verurteilten die Mitgliedsstaaten alle Formen von Terrorismus sowie jegliche Gewalttaten gegen Individuen aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit.

Als Veranstaltungsort für das österreichische Treffen diente die Seestadt Aspern, wo bis 2020 ein Campus der Religionen entstehen soll. Er gilt als Pionierprojekt für das inter-religiöse Zusammenleben. Ihr Hauptanliegen ist die Sicherstellung der freien Religionsausübung.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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