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Kirchliche Initiative legt „11 Gebote“ über Umgang im Netz vor

Der Umgangston in sozialen Netzwerken ist oft geprägt von Hass und Beleidigung. Eine Initiative aus evangelischer und katholischer Kirche wirbt nun für einen respektvolleren Umgang. Mit Hilfe von „11 Geboten“ sollen Eskalation und Erregung im Internet vermieden werden. Unterstützung kommt aus der Politik.
Von PRO
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Vielen begegnet im Netz Hass und Beleidigung. Die „11 Gebote“ sollen das nun ändern.

Foto: Firmbee on pixabay

Vielen begegnet im Netz Hass und Beleidigung. Die „11 Gebote“ sollen das nun ändern.

Gemeinsam mit den beiden großen Kirchen in Deutschland wirbt Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) für ein menschliches Miteinander und eine demokratische Streitkultur im Netz. Verunglimpfungen und Beleidigungen seien in sozialen Netzwerken, Blogs und Internetforen vielfach an der Tagesordnung, sagte Grütters am Dienstagabend in der Katholischen Akademie in Berlin zum Abschluss einer Diskussionsreihe unter dem Motto „#anstanddigital“.

Sie verwies zudem auf zahlreiche Fälle realer Gewalt von Menschen, die sich in virtuellen Räumen radikalisiert hätten. Als Ergebnis der Veranstaltungsreihe stellte die Kulturstaatsministerin „11 Gebote“ vor, mit denen die Kirchen einem rauer werdenden Umgangston im Internet begegnen wollen. Das Regelwerk entstand auf Initiative des Direktors der Katholischen Akademie in Berlin, Joachim Hake, und des Kulturbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen. Nach Gesprächen mit Experten und Nutzern sowie Debattenrunden hatten sie die Gebote mitformuliert.

Die „11 Gebote“ sollten helfen zu verhindern, „dass Gereiztheit auf Gleichgültigkeit, dass Respektlosigkeit auf Resignation stößt und die Grenzen des Sagbaren sich dabei immer weiter verschieben“, erklärte Grütters. Sie sollten Menschen dabei unterstützen, miteinander im Gespräch zu bleiben und die Chancen zu nutzen, die das Internet für Austausch und Verständigung, für Demokratie und Teilhabe biete.

Die „11 Gebote“

Auf der Internetseite von „#anstanddigital“ finden sich ausführliche Erklärungen zu den einzelnen Geboten.

  • Empörungen unterscheiden

  • Nicht richten

  • Sich Zeit lassen

  • Sachlich werden

  • Abstand halten und sich nicht gemein machen

  • Das Gegenüber im Netz respektieren

  • Sein Gesicht zeigen

  • Vor allem den Widerspruch schätzen

  • Berührbar bleiben und sich entrüsten

  • Sich schämen können und Beschämungen vermeiden

  • Anstand und Recht unterscheiden

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe erörterten unter anderem Journalisten, Schriftsteller, Ethik- und Social-Media-Experten sowie interessierte Bürger, wie eine Verständigung über Umgangsformen in der digitalen Debattenkultur aussehen kann. Der Journalist und Netzaktivist Markus Beckedahl begrüßte am Dienstagabend die „11 Gebote“ als einen „gelungenen Aufschlag“. Er wünsche sich schon lange mehr Engagement der Kirchen im digitalen Prozess. Die Kommunikation im Netz müsse noch gelernt werden. Die Schriftstellerin Nora Bossong betonte, die „11 Gebote“ handelten vom „Fundament unserer Demokratie“.

Akademie-Direktor Hake sagte, es gehe es um grundlegende Anstandsgebote und -regeln für eine demokratische und digitale Kultur: „Es geht nicht um bloße Etikette, Benimmregeln oder Manieren.“ Die Gebote seien dabei nicht „in Stein gemeißelt“, aber forderten Beachtung und Aufmerksamkeit und lebten von freiwilliger Umsetzung.

Von: epd/Martin Schlorke

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