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Kirchentag und Katholikentag uneins im Umgang mit AfD

Was der AfD beim Katholikentag verwehrt bleibt, ist ihr beim Kirchentag 2017 in Berlin möglich. Dort wird sie nicht generell von Podiumsdiskussionen ausgeschlossen. Dies betonte die Präsidentin des Kirchentages Christina Aus der Au.
Von PRO
Während AfD-Politiker auf den Podien des Katholikentags unerwünscht sind, sind sie beim Kirchentag 2017 nicht von vornherein ausgeschlossen

Foto: pro/Anna Lutz

Während AfD-Politiker auf den Podien des Katholikentags unerwünscht sind, sind sie beim Kirchentag 2017 nicht von vornherein ausgeschlossen
Ende Mai feiern die Katholiken in Leipzig ihren Katholikentag. AfD-Politiker werden dann keine auf dem Podium sitzen. Dies hatte das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) Anfang des Jahres entschieden. Beim größten Protestantentreffen in Berlin nächstes Jahr soll das anders sein. Kirchentags-Präsidentin Christina Aus der Au betonte gegenüber der Tageszeitung Die Welt, dass die Menschen „nicht nach ihrem Parteibuch zu bewerten“ seien. „Einziges Kriterium“, um auf einem Podium beim Kirchentag zu sitzen, sei, ,,ob man mit Politikern ins Gespräch kommen“ könne, zitiert Die Welt die Kirchentags-Präsidentin. Ob es bisher Anfragen oder konkrete Pläne für Einladungen gebe, ließ sie offen. Für die Gestaltung der Podien sind die Projektleiter verantwortlich. Diese würden demnächst „mit gutem Augenmaß die Leute ansprechen“. Aber grundsätzlich sei der Kirchentag bereit, in Berlin auch mit AfD-Politikern zu diskutieren.

Für Petry eine Selbstverständlichkeit

Diese Reaktion hält AfD-Chefin Frauke Petry für „selbstverständlich“: „Wenn man Politiker beteiligen will, darf es in Demokratien keinen Ausschluss demokratischer Parteien geben“, erklärte sie der Tageszeitung Die Welt. Den Entschluss des ZdK Anfang des Jahres hatte die Politikerin scharf kritisiert. Sie warf dem Katholikentag eine „Unkultur des Nicht-miteinander-Redens“ vor. Das ZDK hatte seine Entscheidung nach den AfD-Äußerungen zum Schusswaffengebrauch an deutschen Grenzen damit begründet, dass sie sich „aus dem demokratischen Grundkonsens verabschiedet“ habe. Der 36. Evangelische Kirchentag findet vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg statt. Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums stehen die Fragen der Ökumene sehr genau im Blickfeld. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm wünscht sich ein „großes Christenfest“, das die Unterschiede überwindet. Auch politisch dürfte die Veranstaltung wenige Monate vor der Bundestagswahl interessant werden. Die Katholiken kommen vom 25. bis 29. Mai in Leipzig zusammen. (pro)
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