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Kirchentag: politisch, spirituell, bunt

Der Evangelische Kirchentag in Dresden neigt sich dem Ende zu. Am letzten Nachmittag der Großveranstaltung erklärte die Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt, Spiritualität und Politik seien in diesem Jahr die Schwergewichte des Protestantentreffens gewesen. Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider gab Auskunft über die Schwierigkeiten im Dialog mit dem Islam – und die wohl bunteste Promi-Besucherin des Kirchentags meldete sich laut wie eh und je zurück.

Von PRO

Foto: pro

Der Wille zur Bürgerbeteiligung hat die Stimmung des Kirchentags geprägt, findet Göring-Eckardt. Auf dem "Roten Sofa" im EKD-Mediazelt erklärte sie den Ruf nach mehr Bürgerbeteiligung zur Hauptbotschaft der Christen in Dresden. Außerdem sei es, mit Blick auf den Abend der Begegnung am Mittwoch, den Eröffnungsgottesdienst zuvor, die zahlreichen Gebetsangebote und die spontanen Gesänge auf den Straßen, ein "unglaublich spiritueller Kirchentag" gewesen. Göring-Eckardt stellte fest: "Die Menschen fragen wieder mehr nach Gott." Eurokrise, Klimawandel oder die Revolutionen in der arabischen Welt sorgen ihrer Meinung nach für einen "großen Gesprächsbedarf" – auch der vielen Nichtchristen in Dresden.

Gerade die inhaltlich-politischen Veranstaltungen seien immer gut gefüllt gewesen, sagte Göring-Eckardt rückblickend. Und so äußerte sich auch der EKD-Ratsvorsitzende auf dem "Roten Sofa" zu einem der auf dem Kirchentag häufig debattierten Themen: dem Dialog mit dem Islam. Für Schneider ist dieser bisher kaum vorhanden. Die Kirche stehe "ganz am Anfang" eines produktiven Austauschs. Dabei gebe es durchaus verbindende Elemente, etwa eine Rechenschaftspflicht gegenüber Gott oder einen Liebesgrundsatz beider Religionen. Probleme im Dialog sehe Schneider allerdings schon kommen, nämlich dann, wenn das Gespräch auf die Person Jesu komme. Dass ein Gott mit dem Menschen mitleide, sei für Muslime ein eher fremder Gedanke. Schneiders Ehefrau Anne erklärte, bevor eine Dialogfähigkeit entstehen könne, müssten die Christen selbst erst einmal wissen, woran sie glaubten. In diesem Sinne drängte sie auf eine entsprechende Vermittlung von Glaubensfragen im Schulunterricht.

Nina Hagen: Musikprojekt mit Judy Bailey

Am späten Nachmittag sorgte dann noch der wohl bunteste Promi auf dem Kirchentag für Gedränge im Media-Zelt der EKD. Nina Hagen war einer der großen Stars der Veranstaltung. Nach einem Konzert am Freitagabend erschien sie heiser aber gut gelaunt zum Interview auf dem "Roten Sofa". Dort verriet sie auch, dass sie ein gemeinsames Musikprojekt mit der christlichen Sängerin Judy Bailey plant. "Mal gucken, was mein Manager Jesus Christus noch für mich bereithält", sagte sie und predigte in dem ihr eigenen Ton den Frieden: "Wir sind Geschwister, egal zu welcher Kultur oder Religion wir gehören!" So versprach Nina Hagen den Gästen zum Schluss noch zwei Dinge: Auf jeden Fall wolle sie auch in zwei Jahren wieder beim Kirchentag dabei sein. Und für den Frieden in Israel bete sie jeden Tag. So zeigt Nina Hagen, die zu Hindu-Zeiten wohl wenig auf einen Kirchentag getrieben hätte, deutlich, was Nikolaus Schneider zuvor meinte, als er sagte: "Das Evangelium will die Welt verändern!" (pro)

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