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Kirchentag geht zu Ende: Politik mit Gott

Zum Abschluss des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Hamburg hat dessen Präsident Gerhard Robbers das Miteinander der Religionen in der Hansestadt gelobt. Im Schlussgottesdienst am Sonntag betonte der Jurist vor allem die politischen Forderungen, die vom Protestantentreffen ausgehen: Eine gerechte Lohnpolitik, mehr Verantwortung in der Wirtschaft und die Inklusion von Menschen mit Behinderungen.

Von PRO

Foto: Frisch_Wasser_Tal (flickr)/CC-BY-NC 2.0

„Wir haben große Gastfreundschaft erlebt bei den vielen Religionen in Hamburg. Wir durften Moscheen besuchen und Synagogen und viele Tempel. Wir haben zusammen diskutiert, zusammen gefeiert und zusammen gebetet”, sagte Robbers laut Redemanuskript. Das zeige: „Das Zusammenleben von Religionen und Kulturen kann gelingen.” Die Christen überwänden die Angst vor dem Fremden und die Sorge, ihre Werte zu verlieren.

Zum Abschluss des Kirchentages unter dem Motto "So viel du brauchst" mit rund 120.000 Dauergästen rief der Kirchentagspräsident zu Genügsamkeit auf. „Dass wir nicht verschwenden. Dass wir verantwortungsvoll wirtschaften. Dass Schluss sein soll mit der Gier. Dass alle haben können, was sie brauchen. Dass wir die Armut überwinden.” Menschen mit Behinderungen müssten in die Gesellschaft integriert werden. Lohndumping müsse aufhören. „Und wer auf Hartz IV angewiesen ist, muss davon auch menschenwürdig leben können.” Auch Frauen sollten „gleichen Lohn für gleiche Arbeit” bekommen. Vom Kirchentag solle die Botschaft ausgehen, dass alle das bekommen könnten, was sie brauchten. „Wir haben hier in Hamburg erlebt, wie wichtig der Glaube ist. Die Kirchen waren voll und übervoll. An jeder Straßenecke war Gottesnähe spürbar”, sagte Robbers.

Sechs Resolutionen verabschiedet

Dass die Teilnehmer des Kirchentages vor allem politisch Zeichen setzen wollen, zeigen die insgesamt sechs Resolutionen, die im Rahmen der Großveranstaltung verabschiedet wurden. Diese verlangen, Menschenhandel zu bekämpfen und die Opfer zu schützen. Zudem fordern sie, Uranmunition zu ächten, Altersarmut zu verhindern und eine sozial gerechte und umweltverträgliche Energiewende zu schaffen. Eine Resolution wendet sich gegen Rüstungsexporte aus Deutschland. Zur Verabschiedung waren jeweils mindestens 500 Teilnehmer bei einem Podium oder 3.000 Unterschriften nötig.

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, lobte das Christentreffen bereits am Samstag: „Von diesem Kirchentag gehen kraftvolle Impulse in unsere Gemeinden und in die ganze Gesellschaft hinein.” Zu Gast in Hamburg war wie bei jedem Kirchentag viel Prominenz. Bundeskanzlerin Angela Merkel war angereist, ebenso ihr Herausforderer von der SPD, Peer Steinbrück. Bundespräsident Joachim Gauck hatte mit dem verunglückten „Wetten, dass..?”-Kandidaten Samuel Koch über Inklusion diskutiert. Den Abschlussgottesdienst am Sonntag feierten 130.000 Besucher. Der nächste Evangelische Kirchentag findet 2015 in Stuttgart statt. (pro)

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