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Kirchentag: Eine Anbiederung an den Zeitgeist?

Die blau-weißen Kirchentagsschals sind verstaut, die politische Prominenz hat die Hansestadt verlassen und die Hamburger Hotelpreise haben zu einem Normalmaß zurückgefunden: Der Kirchentag ist zu Ende. Eine bestimmte Veranstaltung fehlte, trotz des über 600-seitigen Programms.
Von PRO

Foto: pro

Wer meint, die vermisste Veranstaltung sei ein Abendmahl für Umweltsünder oder Steuerhinterzieher gewesen, irrt. Obwohl es sich gut in den inhaltlichen Rahmen eingefügt hätte. Schließlich hat sich die Frage (sozialer) Gerechtigkeit durch den ganzen Kirchentag gezogen. Margot Käßmann erhielt einen Sonderapplaus für ihren Seitenhieb auf Uli Hoeneß. Und Abendmahlsfeiern für spezielle Personengruppen gab es ja, zum Beispiel für Menschen der verschiedensten sexuellen Orientierungen.

Keine Frage, Jesus liebt alle Menschen, egal wie „gut“ oder „schlecht“ sie nach unserem menschlich-beschränkten Ermessen sein mögen. Toleranz und ein Gedanke an den Balken im eigenen Auge bei der Bewertung der Taten anderer sind deswegen durchaus angebracht. Dennoch stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit: Warum haben es die Organisatoren des Kirchentags für notwendig befunden, bestimmten gesellschaftlichen Gruppen ein exponiertes Podium zu bieten, während eine andere Veranstaltung, die durchaus naheliegend gewesen wäre, völlig fehlte?

Verwässertes Gesellschaftsbild

Gemeint ist eine evangelistische, missionarische Großveranstaltung, bei der Jesus im Zentrum stand. Von einer „Anbiederung an den Zeitgeist“ spricht der stellvertretende Chefredakteur des Handelsblatts, Michael Inacker, in einem Kommentar. Und weiter: „Mit ihrer jenseitsvergessenen Diesseitigkeit und Politisierung verwässern Teile der Kirche ihr Geschäftsmodell. Der Markenkern – wie wird jemand Christ, wie kann er in dieser komplizierten Welt Christ bleiben – wird unkenntlich.“ Recht hat er.

Der Kirchentag hat einen wichtigen Beitrag geleistet, indem er mit seinen Diskussionen zu  Arbeitsrecht, Energiewende und Finanzpolitik über 150.000 Besucher zu gesellschaftspolitischen Themen zusammenbrachte. Mit Sicherheit ist es den Organisatoren gelungen, auch Nicht-Gläubige mit der thematischen Breite und den anwesenden Promi-Hochkarätern anzulocken. Wie naheliegend wäre es gewesen, die Gunst der Stunde zu nutzen, und das Zentrum des christlichen Glaubens, Jesus, zumindest in einer Großveranstaltung in den Mittelpunkt zu rücken.

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