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Kirchen fordern Seenotrettung

Mehr als 1.000 Flüchtlinge sind binnen einer Woche im Mittelmeer ertrunken. Die Kirchen verlangen, dass die Politik handelt.
Von PRO
Kardinal Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm fordern Seenotrettung und sichere Zugänge
Kardinal Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm fordern Seenotrettung und sichere Zugänge
Binnen einer Wochen sind Medienberichten zufolge mehr als 1.000 Menschen bei dem Versuch, mit Booten über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen, ums Leben gekommen. Nachdem bereits ein Boot mit rund 400 Menschen an Bord gekentert war, ist in der Nacht zum Sonntag ein weiteres Flüchtlingsboot vor der libyschen Küste gesunken und hat verschiedenen Angaben zufolge zwischen 700 und 950 Menschen in den Tod gerissen. Nur 28 Menschen konnten von einem Frachtschiff aufgenommen und gerettet werden. Zu dem Flüchtlingsdrama haben am Montag der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, ihr Bedauern ausgedrückt. In einer gemeinsamen Presserklärung heißt es: „Über das erneute Bootsunglück sind wir zutiefst erschüttert.“ An das vielfache Sterben vor den Küsten Europas dürfe man sich nicht gewöhnen. „Das ist ein humanitärer Skandal!“, erklärten Marx und Bedford-Strohm. Die Kirchenoberhäupter halten einen „entschlossenen Kampf gegen gewissenlose Schleuser“ für notwendig. „Wir brauchen sofort eine Seenotrettungsmission in europäischer Verantwortung“, forderten die Kirchenvertreter in der Pressemeldung und verwiesen dabei auf die Arbeit der italienischen Operation „Mare Nostrum“, die ein Jahr lang „Vorbildliches geleistet“ habe. Anders sei es bei der Mission „Triton“, die von der „Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen“ (Frontex) verantwortet wird. Hauptzweck dieser Mission sei nicht die Rettung Schiffbrüchiger, sondern der Grenzschutz. Zudem habe die Politik das Beobachtungsgebiet der Mission stark eingeschränkt und die Finanzmittel gekürzt. Der EKD-Ratsvorsitzende und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz fordern deshalb, zu einem durchgreifenden Konzept der Seenotrettung zurückzukehren: „Wir wissen, dass damit für manche ein Anreiz zur Flucht nach Europa gesetzt wird. Aber die Lösung dieses Problems darf nicht darin bestehen, Menschen, die in existenzieller Not vor Krieg, Gewalt und Verfolgung fliehen, sehenden Auges dem Risiko des Ertrinkens auszusetzen.“ Marx und Bedford-Strohm forderten, dass „sichere Zugangswege für Migranten und Schutzsuchende eröffnet werden“. Europa müsse es Menschen ermöglichen, Schutz zu suchen, ohne dabei ihr Leben zu riskieren. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/muslime-sollen-christen-aus-fluechtlingsboot-ins-meer-geworfen-haben-91720/
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