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Kirche will Weltbild und Hugendubel retten

Die Bistümer München-Freising und Augsburg wollen Weltbild vor schlimmen Folgen der Insolvenz bewahren: Insgesamt 35 Millionen Euro sollen investiert werden, um Tausende Arbeitsplätze zu retten.
Von PRO
Auch Hugendubel könnte von der Weltbild-Pleite Schaden nehmen. Die Kirchen wollen das verhindern
Auch Hugendubel könnte von der Weltbild-Pleite Schaden nehmen. Die Kirchen wollen das verhindern
Bis zu diesem Freitag benötige der Insolvenzverwalter von Weltbild, Arndt Geiwitz, dringend Geld, um weitere Firmenteile oder Partner des Verlags zu schützen, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ). 15 Millionen braucht die Weltbild GmbH, um den Betrieb am Laufen zu halten. 20 Millionen müssen an die Deutsche Buch Handels GmbH (DBH) fließen, um sie aufrecht zu erhalten. Durch den Dachverband DBH ist Weltbild mit Hugendubel zusammengeschlossen. Beide Unternehmen sind mit je 50 Prozent an dem Verband beteiligt. Wenn also Weltbild in Schwierigkeiten gerät, kann das auch schwerwiegende Folgen für Hugendubel bedeuten. Bei der DBH sind nach Angaben der SZ 3.100 Arbeitsplätze bedroht. In seinen 77 Filialen hat Hugendubel selbst 1.700 Mitarbeiter. Direkt von der Insolvenz betroffen sind derzeit nur die 2.200 Angestellten am Hauptstandort in Augsburg. Hugendubel soll nun aus der DBH herausgelöst und der Dachverband mit Hilfe von Banken und Kirchen saniert werden. Erste Unterstützung leisten die Bistümer München-Freising, das noch in dieser Woche 20 Millionen transferieren will, sowie Augsburg, welches 15 Millionen Euro an die Insolvenzverwaltung zahlen will. Dem Sanierungskonzept für die DBH haben die Banken angeblich schon zugestimmt. Ob Hugendubel einen Investor mitbringt, der Anteile des Dachverbands übernehmen könnte, ist noch unklar. Beim Zusammenschluss im Jahr 2006 vereinbarten Weltbild und Hugendubel so etwas wie ein Vorkaufsrecht: Bei Insolvenz von einem der beiden Partner kann der andere Anteile einziehen.

Advent und Bastei-Lübbe interessiert

Die Deutsche Bischofskonferenz zeigte sich überrascht von den alleinigen Maßnahmen des Münchner Bistums. Alle Bistümer hatten sich kurz nach der Insolvenzanmeldung darauf geeinigt, 65 Millionen Euro zu investieren, um die Mitarbeiter vor schlimmen Folgen zu bewahren. Erste personelle Konsequenzen gibt es aber bereits: Sanierungschef Josef Schultheis verlässt nach nur drei Monaten den Verlag. Interesse an den Weltbild-Filialen zeigte unterdessen der Finanzinvestor Advent International, Mehrheitseigner von Douglas, wozu auch die Buchhandelskette Thalia gehört. Nach Angaben des Internetportals boersenblatt.net will Advent dadurch sein stationäres Buchhandelsgeschäft festigen. Auch die Verlagsgruppe Bastei-Lübbe interessiert sich für Teile von Weltbild. Gegenüber dem Magazin Wirtschaftswoche erklärte Vorstandschef Thomas Schierack: „Ich kann mir schon vorstellen, dass bestimmte Teile von Weltbild, etwa das Digitalgeschäft, auch für uns interessant sein könnten.“ Gegenüber boersenblatt.net ergänzte er, dass es sich vor allem um die Bereiche Weltbild.de und buecher.de handele. Bastei-Lübbe würde sich beim Online-Handel dann jedoch auf die Vermarktung von Büchern beschränken. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/weltbild-bester-online-haender-aber-insolvent/
https://www.pro-medienmagazin.de/wirtschaft/detailansicht/aktuell/weltbild-aufstieg-und-ende-des-katholischen-aldis/
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/weltbild-im-emrichtungsstreitem/
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