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„Kirche soll allen Suchenden eine Heimat bieten“

Die Menschen besuchen nur noch selten Gottesdienste. Für Kritiker hat die Kirche zu viel Macht. Im MDR haben Kirchenvertreter und bekennende Atheisten darüber diskutiert, ob und wer die Kirche noch braucht. Dabei wurde viel über Geld gesprochen, aber auch über die wichtige Arbeit von Schulen in kirchlicher Trägerschaft.
Von PRO
Diskutierten in der MDR-Sendung "Fakt ist" in illustrer Runde über die Zukunft der Kirchen

Foto: Bildschirmfoto MDR

Diskutierten in der MDR-Sendung “Fakt ist” in illustrer Runde über die Zukunft der Kirchen

„Heiliger Bimbam – Wer braucht die Kirche noch“ lautete das Thema der Sendung „Fakt ist“. Die Debatte der MDR-Sendung aus dem Land der Reformation beleuchtete, welche Vorzüge die beiden christlichen Kirchen genießen und welche davon noch notwendig sind. Zu Gast bei Andreas F. Rook war mit Rowena Jugl auch Sachsens jüngste Pfarrerin.
Sie habe schon früh die Kirche als Heimat empfunden. Dies wolle sie jetzt als Pfarrerin auch allen Suchenden anbieten. Als Erklärung für den Mitgliederschwund nennt sie neben demografischen Gründen auch die steigende Individualisierung. Als Pfarrerin wolle sie aber immer für alle Menschen da sein, die nach Gott fragten: egal, ob sie Kirchenmitglieder seien oder nicht. In der großen Nachfrage nach kirchlichen Schulen sieht sie die Sehnsucht der Eltern, den Kindern etwas mitzugeben, was in den Elternhäusern nicht mehr mitgegeben werden kann.

Kirchen sind nicht bereit, auf etwas zu verzichten

Rolf Schwanitz, Sprecher der konfessionsfreien Sozialdemokraten, bezeichnete es als hohes Gut, dass jeder über seine eigene Weltanschauung entscheiden könne. Staat und Kirche seien zu eng miteinander verflochten, kritisierte er. Dagegen wolle er sich wehren. Er sei nicht nachvollziehbar, warum die Kirche so viele Sonderrechte habe, wie beim Arbeitsgesetz oder der Finanzierung. Es gehe darum, die Staatsleistungen abzulösen: „Die Kirchen sind nicht bereit, auf etwas zu verzichten“, bilanzierte Schwanitz, der trotz allem die gute karitative Arbeit lobte.
Für den Dominikanerpater Bernhard Venzke könne ein religiöser Mensch gar nicht unpolitisch sein. „Wir müssen aber auch sagen, wo wir Fehler machen.“ Er weitere aber den Blick der Diskutanten. Dinge wie Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Vergebung könne man nicht per Gesetz erreichen. Außerdem bringe es nichts, Gott etwas vorzuspielen, was man authentisch nicht lebe. „Der Glaube verbreitet sich durch die Glaubwürdigkeit von Menschen.

Erfolgreichste Lobbyorganisation der Gesellschaft

Der Linken-Landtagsabgeordnete Andre Schollbach bemängelte, dass Kirche und Staat praktisch nicht getrennt seien. Die Kirche erhalte immer höhere Staatsleistungen, obwohl die Mitgliederzahlen sinken. Für kirchliche Aufgaben würden immer wieder öffentliche Stellen angezapft. Aus seiner Sicht sei die Kirche die erfolgreichste Lobbyorganisation der Gesellschaft. Die Linke werde deswegen eine Initiative starten, die die staatliche Unterstützung unterbinden soll: „Dies ist ein unhaltbarer Zustand.“
Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Colditz sprach sich ebenso für eine Trennung von Staat und Kirche aus. Er selbst sah keinen Widerspruch darin, sich als Christ in der Politik zu engagieren und in die Gesellschaft hineinzuwirken. Den sächsischen Staatshaushalt sah er durch die Zuschüsse an die Kirche nicht gefährdet. Die hohe Qualität christlicher Schulen begründete er damit, dass dort die Menschen dort in aus ihrem christlichen Glauben heraus versuchten, wahrhaftig zu sein. (pro)Christliche Traditionen für Anfänger (pro)
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