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Kirche muss auch im Internet bei den Menschen sein

Der Journalist und Theologe Jonas Bedford-Strohm hat dafür plädiert, eine zentrale Internetarbeit verschiedener Kirchen aufzubauen. Bei den Menschen zu sein, gehöre zum Auftrag der Kirche – auch im Internet.
Von PRO
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Jonas Bedford-Strohm wünscht sich, dass die Kirche sich mutiger im Internet engagiert Foto: pro/Anna Lutz
Jonas Bedford-Strohm wünscht sich, dass die Kirche sich mutiger im Internet engagiert

Die Kirche müsse den Menschen dort beistehen, wo sie leben. „Und das ist eben auch am Computer”, sagte Jonas Bedford-Strohm am Donnerstag beim „Barcamp Kirche online” in Wittenberg. Es gehöre zum Auftrag Jesu, das Evangelium in „aller Welt“ und „aller Kreatur“ zu verkündigen. Im Internet aber erfülle die Kirche diesen Auftrag bisher kaum. Der Grund dafür sei oft ein zu großer und unbegründeter Respekt vor dem Thema Digitalisierung.

Bedford-Strohm plädierte dafür, eine zentrale Internetarbeit der Kirchen aufzubauen. Eine gemeinsame Digitalarbeit etwa aller Landeskirchen könne dafür sorgen, dass christliche Angebote besser sichtbar seien. Bedford-Strohm verglich das mit dem Zusammenlegen großer Medienmarken, etwa im Falle von N24 und Welt. Das Unternehmen Springer habe sich dazu entschieden, N24 aufzugeben und stattdessen alle Inhalte unter dem Titel „Welt” weiterzuverbeiten. So sei die Marke effektiver. Ähnliches könne auch für die Kirche gelten.

Kirche hat Deutungshoheit verloren

„Die Kirchen waren früher Meister der Sichtbarkeit“, sagte er mit Verweis auf große und beleuchtete Kirchtürme im Zentrum von Städten. Heute könne Technologie dafür sorgen, dass Menschen online Wegweiser zu kirchlichen Angeboten finden. Als Beispiel nannte er die Angabe von Kirchengemeinden bei Google Maps. Suche ein Nutzer dort nach Kirchen, stoße er aber oft auf schlecht gepflegte Seiten. „Das geht einfach nicht.” Die Menschen suchten gerade dort auch nach kirchlichen Angeboten. Derzeit stießen sie dabei aber zuerst auf Angebote von säkularen Medien oder Stadtportalen. „Die Kirche hat die Deutungshoheit über den Begriff verloren”, sagte er.

Der Begriff Digitalisierung löse bei Menschen, die nicht viel mit dem Thema zu tun haben, Abwehrreaktionen aus, sagte Bedford-Strohm. „Prinzipiell ist aber jede digitale Interaktion immer eine fleischliche, analoge Interaktion”, erklärte er und sprach sich gegen eine „Trennung der Welten“ aus. Er riet zu einer „gewissen Grundruhe” beim Thema Digitalisierung. Nicht jeder müsse alles verstehen. Stattdessen könnten auch Kirchenmitarbeiter gemeinsam daran arbeiten, sich sicherer im digitalen Raum zu bewegen.

Von: Anna Lutz

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