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Kino boykottiert Film über ehemals Homosexuelle

Ein christlicher Film über Menschen, die ihre Homosexualität hinter sich ließen, sorgt für Streit in England. Ein Kino in London sagte die Premierenschau des Films ab. Daraufhin erhob die christliche Filmagentur Klage gegen die Kinokette.
Von Jörn Schumacher
Ausschnitt aus dem umstrittenen Film „Voices of the Silenced“

Foto: voicesofthesilenced.com

Ausschnitt aus dem umstrittenen Film „Voices of the Silenced“

Im Februar 2018 veröffentlichte die englische Organisation „Core Issues Trust“ einen Film, in dem Interviewpartner davon erzählen, dass sie früher homosexuell empfunden, dies jedoch nun abgelegt hätten. Der Film sollte am 8. Februar im Kino „Vue Piccadilly“ in London zum ersten Mal einer größeren Öffentlichkeit gezeigt werden. Das Kino sagte die Premierenveranstaltung jedoch einen Tag vorher ab mit der Begründung, der Inhalt des Films entspreche nicht den Werten der Kinobetreiber. „Vue Cinemas“ betreibt rund 90 Kinos in England und Irland.

Für den Film mit dem Titel „Voices of the Silenced“ (Stimme der zum Schweigen Gebrachten) wurden 34 Menschen in in sieben Ländern interviewt. Darunter sind 15, die nach eigener Aussage homosexuelle Praktiken und Empfindungen hinter sich ließen. Ihre Statements sind auch auf der Webseite zum Film zu sehen.

Wie die britische Nachrichtenseite Premier berichtet, gab es eine Unterschriftenaktion gegen die Uraufführung des Films im Londoner Kino. Am Ende hatten rund 600 Personen unterzeichnet und verlangten von den Kinobetreibern den Boykott des Films. Die Webseite PinkNews mit Themen rund um Homosexualität warf den christlichen Filmemachern vor, Homosexualität als Krankheit darzustellen, die man heilen könne.

An dem Tag, an dem die Vorstellung eigentlich hätte stattfinden sollen, demonstrierten einige Dutzend Menschen vor dem Kino in London wiederum gegen die Absage der Kinobetreiber. Der umstrittene Film wurde schließlich in einem Konferenzraum in Westminster gezeigt.

Außergerichtliche Einigung

Der Produzent und Regisseur des Films, Mike Davidson, erklärte gegenüber Premier: „Wir sagen nicht, dass jemand, der sich als homosexuell sieht, krank ist. Uns geht es darum, dass Menschen das Recht und die Freiheit haben sollten, ihre unerwünschte Homosexualität zu verlassen, und dass sie respektiert werden sollten.“ Die christliche Journalistin Andrea Minichiello Williams von der Organisation „Christian Concern“, die den Film unterstützt, sagte: „Ironischerweise bestätigen PinkNews und ‚Vue cinema‘ die Aussage des Films. Die Stimmen sollen tatsächlich zum Schweigen gebracht werden.“

Wie die amerikanische Nachrichtenseite Christian Post berichtet, hat die christliche Organisation „Core Issues Trust“ Klage gegen den Kinobetreiber „Vue Cinemas“ eingereicht. Es geht um mögliche nicht eingehaltene Vertragsabsprachen und durch die Absage entstandene Kosten. Wie das Magazin weiter berichtet, hat sich „Vue Cinemas“ mittlerweile bereiterklärt, die Kosten zu zahlen.

Von: Jörn Schumacher

In einer früheren Version des Artikels hieß es in der Überschrift: „Kino verbietet Film über ehemals Homosexuelle“. Diese Aussage ist nicht korrekt. Der Kinobetreiber verbietet nicht den Film, was er auch rechtlich nicht kann; er will ihn nicht zeigen.

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