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Kino 2011: Der Glaube spielt eine Rolle

Das Sundance-Filmfestival im US-Bundesstaat Utah gehört zu den wichtigsten Treffen der alternativen Filmszene. 2011 beschäftigten sich gleich mehrere Beiträge mit dem Glauben an Gott und Konflikten zwischen Religionen.
Von PRO

Foto: Sundance Filmfestival

Seit 1978 treffen sich Regisseure, Autoren und Schauspieler aus aller Welt in Utah zum größten unabhängigen Filmfestival der USA. Anfangs als alternatives Zusammenkommen belächelt, zählt "Sundance" heute zu den wichtigsten Filmfesten der Welt – ein Erfolg, an dem Robert Redford maßgeblich beteiligt war. Der Schauspieler und Regisseur wurde 1981 Vorstandsvorsitzender des Festivals, das nach seiner Rolle im Film "Zwei Banditen" benannt ist. Er schaffte es, das Festival weltweit bekannt zu machen. 2011 wurden über 10.000 Filme eingesandt. Von ihnen wurden 118 ausgewählt und beim Filmfest in der Zeit von 20. bis 30. Januar gezeigt. Einige Produktionen beinhalten Themen rund um Glauben, Gott und Religionskonflikte.

In "Salvation Boulevard" von Regisseur George Ratliff ist Pierce Brosnan als Karikatur eines "typisch amerikanischen" Mega-Church-Pastors zu sehen. Der Film macht sich vor allem über eben diese amerikanische Szene des christlichen Glaubens lustig. Einen offiziellen Starttermin gibt es noch nicht. Der Film dürfte nicht zuletzt aufgrund seiner hochkarätigen Besetzung gute Aussichten auf Erfolg haben: In weiteren Rollen sind Ed Harris ("Die Truman Show") und Jennifer Connelly ("A Beautiful Mind") zu sehen.

Für Kontroversen sorgte der Horrorfilm "Red State" von Kevin Smith: Mitglieder einer fundamentalistischen, vermeintlich christlichen Sekte treten hier als sadistische Serienkiller auf. Die Sekte im Film bezieht sich eindeutig auf die "Westboro Baptist Church", eine kleine Gruppe, die in Amerika vor allem durch das Stören von Soldatenbegräbnissen Bekanntheit erlangte. Mitglieder dieser "Kirche" demonstrierten sogleich gegen den Film.

Sensibles Thema: Religionskonflikt in der Familie

In "Position Among the Stars" führt Regisseur Leonard Retel Helmrich die Zuschauer in die Slums von Jakarta und die schwierige Lebenssituation einer indonesischen Familie. Während Rumidjah, die Großmutter des Clans, Christin ist, haben sich ihre beiden Söhne für den Islam entschieden. Die Enkeltochter Tari zählt sich zum Christentum, ist aber vor allem vom Materialismus und der Popkultur des Westens geprägt. Als sich die Familie zu Taris Schulabschlussfeier trifft, werden die Unterschiede zwischen den Kulturen, zwischen Tradition und Moderne, offenbar.

Im Film "The Ledge" schließlich treffen ein Atheist und ein Christ mit ihren gegensätzlichen Weltbildern aufeinander. Wie die Online-Zeitung "Huffington Post" berichtet, widmete Drehbuchautor Matthew Chapman die Vorführung des Films dem schwer kranken prominenten Atheisten Christopher Hitchens und David Kato, einem in Uganda ermordeten Homosexuellenrechtler. Seine Ermordung führt Chapman auf den "Einfluss amerikanischer evangelikaler Christen" zurück. Der christliche Protagonist in "The Ledge" ist mental instabil und zwingt einen Atheisten zu einer Entscheidung über Leben und Tod – der spannende Thriller mit Liv Tyler wird im Laufe des Jahres auch in die deutschen Kinos kommen.

Den sensibelsten und konstruktivsten Beitrag zum Thema Glauben liefert wohl "Higher Ground": Die für "Up in the Air" oscarnomonierte Schauspielerin Vera Farmiga führte hier auch Regie. Der Film porträtiert Carolyn Briggs, eine Frau, die in der Kirche aufwächst und eines Tages beginnt, manche Lehren des Glaubens zu hinterfragen und für sich selbst zu prüfen. Diese Glaubensreise lädt auch Christen zum Nachdenken ein.

Die Dokumentation "The Redemption of General Butt Naked" erzählt die wahre Geschichte von Joshua Milton Blahyi, der nach eigenen Angaben im libyschen Bürgerkrieg mehr als 20.000 Menschen tötete, sich dann zum Christentum bekehrte und als Evangelist begann, über Jesus Christus zu predigen. Auch die Geschichte in "Kinyarwanda" hat sich tatsächlich ereignet: Der Mufti von Ruanda sprach sich 1994 während des Völkermordes gegen das Töten aus und bot Muslimen, Christen, Hutus und Tutsis ein sicheres Versteck in seiner Moschee an.

Das Sundance-Filmfestival hat gezeigt, dass der Glaube 2011 im Kino eine große Rolle spielen wird. Die "Huffington Post" zieht das Fazit: "Wenn es bei diesem Festival ums Geschichtenerzählen geht, dann ist die große Geschichte diesen Jahres unsere Suche nach der geistlichen Wahrheit." (pro) 

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