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Kinderschutzbund begrüßt das Ende der “Super Nanny”

Das Ende der RTL-Sendung "Die Super Nanny" hat beim Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) Freude ausgelöst. "Dadurch fühlen wir uns in der Kritik bestätigt, die wir seit vielen Jahren an der 'Super Nanny' äußern", sagte der Präsident des DKBSB, Heinz Hilgers, am Montag. RTL hatte am Wochenende bekannt gegeben, das Format nach sieben Jahren und 145 Folgen einzustellen.
Von PRO

Foto: DKSB Bundesverband e.V.

Seit der ersten Ausstrahlung der „Super Nanny“ im Jahr 2004 hatte sich der Deutsche Kinderschutzbund immer wieder vehement gegen "die entwürdigende Zurschaustellung von Kindern vor laufender Kamera" ausgesprochen, heißt es in einer Mitteilung der Organisation. Zuletzt habe sich der DKSB-Bundesverband im Oktober in einem offenen Brief entsetzt darüber gezeigt, dass eine Mutter bei den Dreharbeiten Gewalt gegen ihr Kind ausgeübt habe – ohne dass das Kamerateam oder Katharina Saalfrank, die "Super Nanny", eingegriffen hätten. Für eine ähnliche Situation habe die Kommission für Jugendmedienschutz den Sender im Mai 2010 mit einem Bußgeld von 30.000 Euro belegt.

Gezielte Manipulationen?

Der DKSB weist außerdem darauf hin, dass sich in den vergangenen Monaten mehrere Familien, die bei "Super Nanny" mitgemacht hätten, hilfesuchend an den Kinderschutzbund gewandt hätten. "Sie haben von gezielten Manipulationen während der Dreharbeiten berichtet. Bei den Beteiligten entstand der Eindruck, dass es darum geht, möglichst dramatische Situationen und höchst emotionale Aussagen zu filmen – und nicht darum, den Kindern zu helfen", wird die stellvertretende Geschäftsführerin des Landesverbands NRW, Martina Huxoll, zitiert. RTL hatte immer wieder behauptet, die Wirklichkeit in den Familien abzubilden – und nicht in das Geschehen einzugreifen. In der internen Mail, aus der das Magazin "Der Spiegel" zitiert, kritisiert Katharina Saalfrank aber selbst die "Entwicklung des medialen Markts" hin zu "gescripteter" Realität – also zu inszenierter Wirklichkeit.

Die Organisation will weiter wachsam bleiben und ähnliche Fernsehformate im Blick behalten, in denen Kinder in ihrem Alltag dargestellt werden. Darüber hinaus sehe der Kinderschutzbund den Gesetzgeber in der Pflicht, Kinder in TV-Produktionen besser zu schützen. (pro)

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