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Kinderschützer protestieren gegen RTL

Der Deutsche Kinderschutzbund hat den Kölner Privatsender RTL aufgefordert, die Reihe "Die Super Nanny" einzustellen. Ein Kind soll in der Sendung vor laufenden Kameras misshandelt worden sein. Auch "Das Supertalent" rief jüngst Protestler auf den Plan.
Von PRO

Foto: RTL/Stefan Gregorowius

In der "Super Nanny"-Folge vom 14. September hatte eine Mutter von drei Kindern aus der Nähe von Hamburg ihren Nachwuchs mit Schlägen und Tritten traktiert. Der Vorwurf der Kinderschützer: Weder das Filmteam noch die "Super Nanny" Katharina Saalfrank hätten eingegriffen. Das hat der Bund am Mittwoch in einem Offenen Brief an den Sender erklärt.

RTL wies die Vorwürfe des Kinderschutzbundes zurück: "Die psychischen und physischen Misshandlungen, die in dieser Sendung gezeigt werden, sind schon extrem und die Atmosphäre ist sehr belastend", sagte eine Sprecherin. "Dennoch: Täglich erfahren viele Kinder hinter geschlossenen Türen diese oder ähnliche Misshandlungen – das darf nicht verschwiegen und weiter tabuisiert werden. Es kann sich nichts verändern, wenn wir nicht hinschauen. Wenn wir jetzt darüber diskutieren, ob die Offenlegung einer Misshandlung von Kindern im Fernsehen nicht angemessen ist, dann verschließen wir die Augen und schauen weg, vergessen diese Kinder, die Hilfe brauchen, bagatellisieren und tabuisieren."

Der Kinderschutzbund warf Saalfrank und dem RTL-Team "strafrechtlich relevantes" Verhalten vor. Gewalt gegen ein Kind diene nicht der Aufklärung, sondern stelle eine Entwürdigung dar. Kinder hätten auch vor der Kamera Rechte, die sichergestellt werden müssten. Von RTL heißt es, Saalfrank habe sofort  eingegriffen, um weitere Schläge und Demütigungen zu verhindern. Die Diplom-Pädagogin habe sofort das Jugendamt eingeschaltet, "dessen Arbeit erst durch mehrfaches Drängen von Frau Saalfrank und ihrem Team und die Ausstrahlung eine Dynamik aufnahm", wie die Sprecherin sagte. Bereits im vergangenen Jahr hatte RTL Ärger mit der Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten, weil eine Mutter in der TV-Reihe "Die Super Nanny" geschlagen hatte – dem Sender flatterte ein Bußgeldbescheid von 30.000 Euro ins Haus.

Auch die Tierrechtsorganisation PETA beschwerte sich am Mittwoch über RTL, weil in der Showreihe "Das Supertalent" ein Kind mit einer Würgeschlange gezeigt wurde. PETA warf den Verantwortlichen der Sendung sowie den Eltern vor, "grob fahrlässig die Gesundheit des Kindes aufs Spiel gesetzt zu haben". Das Robert Koch-Institut schätze, dass jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern vom Kontakt zu Reptilien herrühre und empfehle, Kinder nicht mit ihnen in Berührung zu bringen. "Das Wohl der Tiere und der Menschen steht beim Supertalent an erster Stelle", heißt es von RTL. "Der Schlange und dem Kind geht es sehr gut, und sie sind vollkommen gesund." (pro/dpa)

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