Trotz existierender Gesetze bestünden bisher „enorme Defizite, um Kinder und Jugendliche vor den negativen Folgen der Medien“ zu bewahren, so die Kommission in ihrer Presseerklärung. Sie forderte Gerätehersteller auf, Mobiltelefone mit einer kindersicheren Grundkonfiguration ausliefern. Technische Vorkehrungen von Handys, die den Erhalt brutaler Videos unterbinden könnten, seien bisher unzureichend.
Zudem müsse über ein Verbot von so genannten Killerspielen nachgedacht werden. Auch die Kriterien für die Altersfreigabe von Filmen und Spielen sollten überprüft werden.Die Kommission sprach sich dafür aus, die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften personell und technisch besser auszustatten.
Folgen von Gewalt verherrlichenden Filmen und Spielen können aggressives Verhalten, schlechte schulische Leistungen, Schlaf- oder sogar Essstörungen sein. Außerdem würden durch die zeitintensive Mediennutzung wichtige Potentiale von Kindern und Jugendlichen zu wenig gefördert oder gingen sogar ganz verloren.
Die Vermittlung von Medienkompetenz müsse früh beginnen, beispielsweise in schulischen Medienarbeitsgruppen. Weitere Forderungen sind der Ausbau von Ganztagsschulen sowie Aufklärungskampagnen in Kindergärten und Schulen.
Um Eltern aus „Problemfamilien“ besser zu erreichen, fordert die Kommission, Beratungs- und Betreuungsangebote zu überprüfen und gegebenenfalls zu erweitern. Außerdem könnten Familien durch ein Elterncoaching und wohnortnahe Beratungs- und Betreuungsangebote gefördert werden. Pädagogische Angebote durch Telefonhotlines oder im Internet könnten einen wirksamen Beitrag leisten, um Eltern anzusprechen.
Die Kinderkommission heißt eigentlich „Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder“. Zurzeit beschäftigen sich fünf Bundestagsabgeordnete in diesem Ausschuss mit den Belangen und den Rechten von Kindern. Jede im Bundestag vertretene Fraktion sendet ein Mitglied in den Ausschuss. Vorsitzende ist in diesem Jahr Michaela Noll (CDU). Die Kinderkommission im Deutschen Bundestag gibt es seit 1998.