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Khorchide: Mehr Religion als Antwort auf Terrorismus

Ein gesundes Verhältnis zur Religion könne vor Radikalisierung schützen, meint der islamische Theologe Mouhanad Khorchide. Der Islam sei deshalb nicht der eigentliche Grund für Terror. Vertreter des Christentums bestreiten das.
Von PRO
Der islamische Theologe Mouhanad Khorchide sieht das Problem für den Terror nicht vorrangig in der Religion des Islam

Foto: pro/Lutz

Der islamische Theologe Mouhanad Khorchide sieht das Problem für den Terror nicht vorrangig in der Religion des Islam
Eine „gesunde Bindung“ an Religion schütze vor Radikalisierung, meint der islamische Theologe Mouhanad Khorchide. Deshalb müsse mehr Religion die Antwort auf Terrorismus sein, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) über Khorchides Ansicht. Die Terroristen, die in den vergangenen Jahren Anschläge verübt hätten, seien häufig „religiöse Analphabeten“ gewesen. „Sie sind nicht religiös sozialisiert worden, besuchten keine Moscheen, hatten kaum Zugang zur Spiritualität, zum Gebet, zum Koran, sie kennen die islamische Lehre kaum“, sagte der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster. Viele Täter hätten sich erst durch ihre Radikalisierung einer radikalen Organisation angeschlossen. Manche seien auch gar keine Muslime. Khorchide erklärte, Terrorakte im Namen der Religion würden von vielen Muslimen als befremdlich angesehen: „Anfällig für Radikalisierung scheinen gerade diejenigen zu sein, die sich am Rande der Gemeinschaft bewegen und nicht in ihrer Mitte.“

Katholik: Verschleierungs- und Verharmlosungstaktik

Der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Mossul, Theophilus George Saliba, steht dem Islam kritischer gegenüber. Er blickt mit Sorge auf die islamisch geprägte Migrationswelle nach Europa. Europäische Politiker gingen „blauäugig“ an das Thema heran. „Ihr habt keine Ahnung von der Kultur und Entschlossenheit der Menschen“, warf Saliba ihnen vor. Er befürchtet, dass Europa in der Gefahr stehe, den gleichen Terror gegen Christen zu erleben wie die Christen im Nahen Osten. Saliba sprach von einem „Genozid“ an Christen im Irak und Syrien. „Wir Christen werden unbarmherzig verfolgt. Kämpfer des radikal-islamistischen IS rauben, morden und verschleppen Christinnen und Christen. Das ist gezielt organisierter Terror.“ Die Medien verschwiegen oft das Leid der Christen. Häufig werde über Gräueltaten an Muslimen oder Jesiden berichtet, aber selten über die Christen. „Uns Christen wurde im Irak und Syrien alles geraubt, vielen ist nur das nackte Leben geblieben“, sagte der Erzbischof. Prälat Wilhelm Imkamp, Direktor des Wallfahrtsortes Maria Vesperbild in Günzburg, macht einen „missionarisch-gewalbereiten Islam“ dafür verantwortlich, dass „die Welt zur Zeit aus den Fugen geraten ist“. Er kritisierte eine Verschleierungs- und Verharmlosungstaktik angesichts dessen, dass der Islam von einem „aktiven Gewaltherrscher“ gegründet worden sei. Die Frage nach der Gewaltbereitschaft des Islam dürfe deshalb gar nicht erst mit einer Religion wie dem Christentum verglichen werden, dessen Gründer ein „Gewaltopfer“ gewesen sei. (pro)
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