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Kein “Rammstein”-Konzert am Totensonntag

Die Band "Rammstein" darf nicht am 20. November in München auftreten. Die Stadt möchte  den "ernsten Charakter" des Feiertages Totensonntag wahren.
Von PRO

Foto: F de Falso (flickr)

Das teilte die Konzertagentur MCT am Freitag mit. Das bayerische Feiertagsgesetz sehe vor, dass am Totensonntag der ernste Charakter gewahrt werden müsse, sagte Wilfried Blume-Beyerle vom Kreisverwaltungsreferat laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.). Das sei bei Rammstein nicht der Fall, die Band sei "riesig laut", und auch die Texte seien für den Totensonntag nicht angemessen.

Die Agentur kritisierte die Entscheidung auf ihrer Internetseite. "Es erscheint absolut willkürlich, warum ein Rammstein-Konzert verboten wird, wohingegen Dutzende andere Konzerte am Totensonntag stattfinden dürfen", hieß es in einer Mitteilung. In den vergangenen Jahren hätten rund 130 Konzerte unterschiedlichster Musikrichtungen an den sogenannten stillen Tagen wie Aschermittwoch, Karfreitag, Allerheiligen oder Totensonntag stattgefunden.

Das ausverkaufte Konzert wird nun um zwei Tage auf den 22. November verschoben. Die Karten behalten ihre Gültigkeit oder können beim Ticketshop zurückgegeben werden.

Die als "brachial" gelten Band, die 1994 in Berlin gegründet wurde, steht für provokante Auftritte und Songtexte. Die Band um den Sänger Till Lindemann, der zu DDR-Zeiten Schwimm-Profi war, ist auch im Ausland, unter anderem in den Vereinigten Staaten, erfolgreich. Neben ihren spektakulären Bühnenshows, die viel Pyrotechnik beinhalten, sind "Rammstein" bekannt für Texte, die Tabu-Themen ansprechen wie Sadomasochismus, Homosexualität, Inzest, Missbrauch, Nekrophilie oder Kannibalismus.

Das Album "Liebe ist für alle da" wurde im November 2009 auf Antrag des Familienministeriums wegen des Liedes "Ich tu dir weh" auf den Index gesetzt. Der Band wurde vorgeworfen, in diesem Lied und auf einem Bild im Booklet der CD das Quälen von Menschen positiv darzustellen. Im Mai 2010 stricht das Verwaltungsgericht Köln das Album wieder von der Indizierungsliste.

Der "Totensonntag" ist der letzte Sonntag des evangelischen Kirchenjahres. Er ist in den evangelischen Kirchen in Deutschland ein Gedenktag für die Verstorbenen. Als "Ewigkeitssonntag" steht er auch für die Trost in der Angst vor dem Sterben. (pro)

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