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Kein nächtlicher Glockenschlag mehr in Garmisch

Weil die Glocken Touristen zu laut waren, verzichtet die Pfarrkirche St. Martin in Garmisch-Partenkirchen künftig nachts auf den viertelstündlichen Glockenschlag. Die Touristen fühlten sich im Schlaf gestört. Der Pfarrverband hat dem Druck nachgegeben. Das Thema wird vor Ort und in den Sozialen Medien heftig diskutiert.
Von PRO
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In dem idyllisch gelegenen Ort Garmisch-Partenkirchen kommt es zum Streit: Grund dafür ist das nächtliche Glockengeläut der örtlichen Kirche
In dem idyllisch gelegenen Ort Garmisch-Partenkirchen kommt es zum Streit: Grund dafür ist das nächtliche Glockengeläut der örtlichen Kirche

Im bayerischen Garmisch-Partenkirchen reagiert der Pfarrverband auf Beschwerden von Touristen. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr wird künftig nicht mehr alle 15 Minuten an der Pfarrkirche St. Martin in Ortskern des Urlaubsortes geläutet. Grund dafür: Man wolle mit dem viertelstündlichen Glockenschlag nicht die Nachtruhe der Touristen stören.

Wie verschiedene Medien berichten, hatten sich Touristen aus Niedersachsen schriftlich beschwert. Der nächtliche Glockenschlag störe die Erholung. In dem Brief der Urlauber heißt es: „Ein Urlaub in Garmisch-Partenkirchen wäre für uns jederzeit wieder denkbar. Nur die 24-Stunden-Rundum-‚Betreuung‘ durch die nachbarschaftlichen Kirchenglocken haben unsere Erholung extrem gestört. Sollten die Glocken zwischen 22 Uhr und mindestens 6 Uhr schweigen, wäre die Wohnung wieder von Interesse.“

„Rücksichtslose katholische Kirche“

Kirche, Kommune und der örtliche Tourismusverband seien zu dieser – wenigstens vorübergehenden – Lösung gelangt, meldet der Bayerische Rundfunk. Pfarrer Josef Konitzer wird in der Meldung wie folgt zitiert: „Wenn ich in einem anderen Ort Urlaub mache, dann verlange ich nicht, dass sich die Leute, die dort leben, mir anpassen.“

Wie der Münchener Merkur berichtet, besprach die Kirchengemeinde die Angelegenheit zunächst intern. Die Vermieter der Wohnung in der Nähe der Kirche hatten vorgeschlagen, den Stundenschlag auszusetzen. Sie bezeichneten in ihrer Beschwerde das Verhalten der Kirche als „geschäftsschädigend“ und „rücksichtslos“. Durch das Läuten würden Urlauber abgeschreckt und vergrault.

Der Pfarrverband hat sich – zunächst – für die Lösung entschieden, die Glocken abzustellen. Der Theologe bezeichnete dies gegenüber dem Münchener Merkur als „Kompromisslösung“, mit der ein „Teil der Tradition verlorengeht“. Der Theologe schlägt vor, dass die Einwohner in einem Bürgerbegehren über den Sachverhalt abstimmen sollten. In der Region hatten sich vor einigen Jahren auch die Orte Burgrain und Grainau entschieden, den Stundenschlag nachts auszusetzen.

Laut einer Umfrage des Münchener Merkur wollen andere Gemeinden diese Tradition wie gewohnt beibehalten. Für viele sei das Glockenläuten ein fester Bestandteil des Tagesablaufs. Der Münchener Merkur erläutert auch die rechtliche Perspektive. Gehöre das Läuten zum Gottesdienst oder zum Gebetläuten, gebe es keine zeitliche Beschränkung. Für das Zeitläuten sei entscheidend, ob die Kirche in einem Dorf-, Misch- oder Wohngebiet stehe.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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