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Kauder: Religionsfreiheit ist Menschenrecht

"Religionsfreiheit als elementarer Teil der universellen Menschenrechte muss an vielen Orten auf der Welt und immer wieder aufs Neue eingefordert werden." Dafür plädiert der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder in der "Welt am Sonntag" zum Gebetstag der weltweiten Evangelischen Allianz (WEA).
Von PRO

Foto: CDU/CSU-Fraktion

"Glaube und Bekenntnis sind zentrale Dimension des menschlichen Lebens, die des besonderen Schutzes bedürfen", so Kauder. Eine Weltordnung der Freiheit könne nur dann umgesetzt werden, wenn auch die Freiheit der Gläubigen gewährleistet sei. Dazu gehöre es auch den Glauben zu wechseln und ihn öffentlich bekennen zu dürfen: "Allzu leicht gerät die Religionsfreiheit in Gefahr, wenn Regierungen einen absoluten Herrschaftsanspruch formulieren oder in Gesellschaften Intoleranz dominiert."

Deswegen sei im neuen Koalitionsvertrag auch der Einsatz für die weltweite Religionsfreiheit und für Minderheiten festgeschrieben. Als Beispiel für den Missstand verfolgter Christen benennt Kauder den indischen Bundesstaat Orissa, wo Hindus offen zur Gewalt gegen Christen aufrufen würden. Folge der wochenlangen Auseinandersetzungen seien Tote, Verletzte und Zehntausende Flüchtlinge gewesen, die nun in Lagern "unter erbärmlichen Bedingungen leben müssten".

Einsetzen für die Verfolgten

Dies werde in den politischen Beziehungen zu Indien thematisiert. Im Glauben an Jesus Christus seien aber auch die Christen mit den Verfolgten als "ein Leib mit vielen Gliedern" verbunden. "Und so ist es notwendig, dass wir uns um die anderen Glieder dieses Leibs kümmern, uns für die Lage der Christen in aller Welt interessieren und uns für die Verfolgten einsetzen", schreibt Kauder.

Diejenigen, die in Freiheit leben, übersähen leicht das Leid, das viele Christen um ihres Glaubens willens erleiden. Gebetstage seien wichtig, um an das Schicksal derjenigen zu erinnern, die aufgrund ihres Glaubens Unterdrückung, Diskriminierung und Todesdrohungen erleiden müssten: "Der politische Einsatz für verfolgte Christen ist wichtig, er würde aber ohne die Unterstützung der Gläubigen immer Stückwerk bleiben. Darum freue ich mich, dass die Evangelische Allianz im Vertrauen auf die große Kraft des Gebets zu diesem Tag aufruft."

Mit einem weltweiten Gebetstag haben verschiedene christliche Kirchen am gestrigen Sonntag an verfolgte Christen in aller Welt erinnert. In Gottesdiensten, Gemeinschafts- und Bibelstunden wurde dabei vor allem die Situation in Indien, Laos und Zentralasien im Gebet begleitet. "Gerade für uns Christen im Wohlstand und in der Freiheit ist es eine besondere Verpflichtung, für die Verfolgten zu beten", sagte Generalsekretär Hartmut Steeb im Vorfeld der Veranstaltung.

Rund 200 Millionen Christen leiden nach Schätzung von Menschenrechtsexperten um ihres Glaubens willen unter Diskriminierung und Verfolgung. Nach Angaben der WEA beteiligten sich in diesem Jahr etwa 60.000 Gemeinden an dem Gebetstag. Vor allem im kommunistisch regierten Laos lebten Christen im Untergrund, weil die Religion als "Staatsfeind Nr. 1" gelte. Von den rund sechs Millionen Einwohnern sind lediglich drei Prozent Christen. Vorsitzender des "Arbeitskreises Religionsfreiheit – Menschenrechte – Einsatz für verfolgte Christen" der Deutschen Evangelischen Allianz ist Paul Murdoch (Tübingen), Geschäftsführer der Theologe Thomas Schirrmacher (Bonn).

Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, und der Beauftragte der Allianz am Sitz der Bundesregierung und des Bundestages in Berlin, Wolfgang Baake, dankten Kauder für seinen Kommentar. "Es ist für uns in der Weltweiten und in der Deutschen Evangelischen Allianz eine große Ermutigung, dass Sie sich dieses Anliegen so zu eigen machen und in dieser Klarheit zum Ausdruck bringen", schreibt Steeb an den CDU-Fraktionsvorsitzenden. (pro)

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