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Katholische Kirche kauft protestantischen Glaspalast

Die katholische Diözese im kalifornischen Orange County kauft das Gebäude der "Crystal Cathedral". Das Gotteshaus ist bekannt durch die weltweite Ausstrahlung ihrer Gottesdienste im Fernsehen unter dem Namen "Hour of Power". Im Oktober 2010 musste die Kirche Insolvenz anmelden.
Von PRO

Foto: http2007, CC-BY

Ein Insolvenzrichter entschied am Donnerstag, den 17. November, dass die Diözese von Orange County das Gebäude der "Crystal Cathedral" für 57,5 Millionen US-Dollar (42,4 Millionen Euro) kaufen kann, berichtet die amerikanische Zeitung "Los Angeles Times". Das Urteil ist eine Niederlage für die private Chapman University, die das Gebäude ebenfalls kaufen wollte, um es für Lehrveranstaltungen zu nutzen.

Das Gebäude der "Crystal Cathedral" hat der angesehene Architekt Philip Johnson entworfen. Gebaut wurde es von 1977 bis 1980, 1990 wurde der "Prayer Spire" (Gebetsturm) fertiggestellt. Das erdbebensichere Bauwerk besteht aus 10.000 Glasplatten, die durch eine Stahlkonstruktion getragen werden. Es bietet 2.700 Besuchern Platz und gilt als architektonischer Meilenstein in Südkalifornien.

Die Gemeinde wurde 1955 von Robert H. Schuller gegründet und nannte sich vor dem Umzug in die "Crystal Cathedral" "Garden Grove Community Church". Sie gehört der calvinistisch geprägten Reformierten Kirche an. Heute hat sie 10.000 Mitglieder. In Deutschland ist sie vor allem aufgrund des Fernsehgottesdienstes "Hour of Power" bekannt, der seit 1971 ausgestrahlt wird. Heute gilt er als meistgesehener Fernsehgottesdienst mit einem weltweiten Publikum von bis zu 20 Millionen Menschen pro Woche.

Wachsende Schuldenlast

Da im Jahr 2010 viele Kreditgeber der Kirche auf die Rückzahlung der 55 Millionen Dollar Schulden bestanden, musste sie am 18. Oktober 2010 Insolvenz anmelden. Laut "Times" sprachen sich sowohl der Ausschuss der Kirche wie auch ihr Gründer im Vorfeld des gerichtlichen Urteils für den Kauf durch die katholische Kirche aus. Schuller habe in einem Brief an das Gericht betont, für ihn sei es undenkbar, dass die Kirche für nichtreligiöse Zwecke verwendet wird.

Die katholische Kirche habe garantieren müssen, dass sie ihrer Berufung, die christliche Botschaft weiterzusagen, auch weiterhin gerecht werden, berichtet die "Times". Zu den Vereinbarungen der Kirche gehörte außerdem, dass die Gemeinde das Gebäude noch drei Jahre mieten kann. Nach Ablauf dieses Zeitraums müsse sie neue Räumlichkeiten finden. Die Chapman University hätte es der Kirche erlaubt, die Gebäude für einen Zeitraum von 20 Jahren zu mieten.

Kirche in der Krise

Die Insolvenz im Oktober 2010 markiert den Tiefpunkt einer negativen Entwicklung der Kirche. So geriet die Familie des Gründers Schuller in negative Schlagzeilen. Im Jahr 2008 trat der Sohn des Gründers, Robert A. Shuller, aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit seinem Vater als Leiter der Fernsehgottesdienste zurück. Er hatte das Amt 2006 von seinem Vater übernommen, der in Rente ging. Nach seinem Rücktritt übernahm dessen Schwester Sheila Schuller Colemann das Amt, nachdem sie versprochen hatte, es im Geiste ihres Vaters zu führen.

Auch die Zahl der Fernsehzuschauer und die Spendeneinnahmen seien in den letzten Jahren rückläufig gewesen. Der teure Kirchenbau, die aufwendigen Gottesdienste und das hohe Gehalt für die Pastorenfamilie seien daher unhaltbar gewesen. Ein Spendenaufruf im September 2011 habe nur 173.000 US-Dollar eingebracht. (pro)

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