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Kardinal Marx: Glaube darf nicht instrumentalisiert werden

In seiner Osterbotschaft fordert Kardinal Reinhard Marx, den Glauben nicht zu missbrauchen. Im österlichen Zeugnis der Hoffnung erkennt Marx die christliche Prägung Europas.
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Kardinal Marx (Archivbild) predigt in der Osternacht im Münchner Liebfrauendom Foto: pro/Jonathan Steinert
Kardinal Marx (Archivbild) predigt in der Osternacht im Münchner Liebfrauendom

In seiner Osterbotschaft warnt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, davor, die christliche Botschaft zum Schüren von Angst und zur Machtausübung zu missbrauchen. „Die österliche Dynamik widersteht einer Kultur des Todes, die sich selbst immer wieder nährt aus Angst, Misstrauen, Hass und Gewalt”, erklärt Marx in seiner Botschaft zum Osterfest.

Marx wird in der Osternacht am späten Samstagabend im Münchner Liebfrauendom predigen. Wo innerhalb und außerhalb der Kirche Angst, Hass, Vorurteile und Misstrauen gefördert würden, werde das Evangelium von Ostern verraten, heißt es in einer Pressemeldung vom Samstag. „Wo der Glaube missbraucht wird als Instrument der Spaltung, der Unterdrückung und Erniedrigung, wird die österliche Botschaft pervertiert. Und das ist sicher auch in der Geschichte der Kirche geschehen und geschieht immer wieder.“

Christen sollen Zeugnis der Hoffnung sichtbar machen

Die Botschaft von Ostern dagegen sage den Menschen, dass ihr Leben Sinn und Bestand habe. Der Schöpfer des ganzen Universums sei in Jesus Bruder aller Menschen geworden und habe in ihm gezeigt, was Leben bedeute und dass das Leben im Letzten unzerstörbar sei, heißt es in der Pressemitteilung. „Im Grunde löst die Botschaft von Ostern doch eine Bewegung gegen die Angst aus.“

Der Auftrag der Christen sei, das „österliche Zeugnis der Hoffnung spürbar und sichtbar zu machen“. In dieser Hoffnung für alle Menschen liege die christliche Prägung des Kontinents und Europas. „Ostern ist ein Ja-Wort zum Leben, zur Schöpfung, zum Miteinander aller Menschen!“

Wenn über kirchliche Themen oder über den christlichen Glauben gesprochen werde, dann gehe es meist um Krisen, Skandale, Versagen oder schwer verständliche Glaubenssätze. Dies sei seiner Meinung nach zwar zweifellos richtig und wichtig. Aber die für die menschliche Existenz wirklich grundlegende Frage von Leben und Tod werde seinem Eindruck nach nicht so oft gestellt. „Ist das nicht letztlich die Frage aller Fragen: Ist mein Leben Produkt eines Zufalls? Oder habe und bin ich eine Mission? Ist mein Leben ausgerichtet auf ein Ziel? Hat es einen Sinn?“

Von: Norbert Schäfer

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