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Kanadischer Pfarrer in Nordkorea verschollen?

Der Kanadier Hyeon Soo Lim wollte in Nordkorea humanitäre Hilfe leisten. Seit Wochen fehlt jedes Lebenszeichen von dem Geistlichen.
Von PRO
Die Kim-Herrscherfamilie in Nordkorea möchte gottgleich verehrt werden. Christliche Mission wird hingegen in dem Land schwer bestraft
Die Kim-Herrscherfamilie in Nordkorea möchte gottgleich verehrt werden. Christliche Mission wird hingegen in dem Land schwer bestraft

Verschiedenen Medienberichten zufolge ist der kanadische Pastor Hyeon Soo Lim bislang nicht von einem Hilfseinsatz in der nordkoreanischen Region Ragin zurückgekehrt. Von Südkorea aus war der Pastor Ende Januar in den Norden aufgebrochen. Das letzte Lebenszeichen von Soo Lim stammt vom 31. Januar 2015. Nach Angaben seiner Kirche, der „Light Korean Presbyterian Church“, einer Gemeinde in der Vorstadt von Toronto, hat der 60-Jährige Erfahrung aus mehr als hundert Hilfseinsätzen. Deshalb habe man sich zunächst keine Sorgen um den erfahrenen Helfer gemacht. Hyeon wollte in Nordkorea ein Altenheim, ein Waisenhaus und einen Kindergarten besuchen, die von seiner Kirche unterstützt werden. Bis zum 4. Februar, so hatte die Kirche kalkuliert, würde man keinen Kontakt zu ihm haben. Wegen der Qurantänebestimmungen in dem Land, die aufgrund der Ebola-Epedemie für Ausländer gelten, habe man mit weiteren 21 Tagen Verzögerung bis zur Kontaktaufnahme gerechnet, doch bislang sei von Hyeon noch kein Lebenszeichen vernommen worden.
Hyeon war 1986 von Südkorea nach Kanada emigriert. Dort ist er seit 28 Jahren Pastor seiner Gemeinde, die seit 1997 humanitäre Hilfe für Nordkorea leistet. Nach Angaben einer Sprecherin bemüht sich nun die Kirche um Hilfe durch die kanadischen Regierung, um den Aufenthaltsort von Hyeon herauszufinden. Kanada pflegt nach Angaben eines Berichtes vom Dienstag, veröffentlicht auf Spiegel Online, keine diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea. Daher habe die kanadische Regierung die schwedische Botschaft in Pjöngjang um Hilfe ersucht. Auch andere Länder, darunter die USA und Australien, unterhalten keine diplomatischen Beziehungen zu der Regierung von Diktator Kim Jong-un. Die kanadische Regierung hat Medienberichten zufolge Kontakt zur Familie des Pastors aufgenommen, wollte sich aber zur Situation des Geistlichen nicht äussern. Die Regierung in Ottawa rät dringend von Reisen nach Nordkorea ab. Mission ist in Nordkorea streng verboten und gilt als Bedrohung der Kim-Familie, die das Land seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges regiert und sich durch die staatliche Propaganda verherrlichen lässt. Ein UN-Bericht geht davon aus, dass in Nordkorea zwischen 200.000 und 400.000 Menschen der rund 24 Millionen Einwohner des Landes Christen sind. Die Zahlen sind allerdings unbestätigt, da Christen die freie Ausübung ihrer Religion verboten ist.
Das christliche Hilfswerk „Open Doors“ führt Nordkorea auf Platz 1 seines Weltverfolgungsindexes. Der Weltverfolgungsindex beleuchtet die Situation von Christen in Ländern mit stark eingeschränkter Religionsfreiheit. Nordkorea führt die Rangliste der weltweiten Christenverfolgung zum zehnten Mal in Folge an. „Open Doors“ rechnet damit, dass zwischen 50.000 und 70.000 Christen in dem Land in Arbeitslagern eingesperrt sind. (pro)

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